Hinweise und Tipps
VDH und andere...
Nach der
Tierschutzhundeverordnung muß beim gewerblichen Züchter für jeweils bis zu 10
Zuchthündinnen und deren Welpen eine sachkundige Betreuungsperson zur
Verfügung stehen. Im ungünstigsten Fall haben dann alle 10 Mutterhündinnen
gleichzeitig einen Wurf. Ein Mensch betreut dann 10 erwachsene Hündinnen und um
die 100 (!) Welpen! Mehr als füttern und "Schwemmentmistung" ist da
kaum noch möglich. Gravierende Mängel in der Sozialentwicklung und Prägung
und deren Folgen sind zu erwarten.
Mehr als zwei Hündinnen im
Reproduktionsalter sind als zweifelhaft zu betrachten. Sind alte Hündinnen
vorhanden? Geht es denen auch gut? Wie viele Würfe hat der "Züchter"
im Jahr? Wer macht die Hauptarbeit? Laufen die Hunde "Gassi" im Garten
oder erleben sie auch noch anderes? Wie viel Sorgfalt wird für die Prägung der
Welpen aufgebracht? Kann der Züchter auch noch andere Qualifikationen und
Fortbildungsnachweise erbringen außer denen von seinem Verein vorgeschriebenen?
Kein seriöser Züchter wird eine
Garantie über die Gesundheit oder die Eigenschaften seiner Welpen geben - aber
eine Aufzucht, die so optimal wie möglich ist, schon.
Zuchtphilosophie:
Helga Eichelberg (www.gkf-bonn.de)
sagt:
"In jeder Rassezucht muss es
Zuchtverantwortliche geben, nämlich die Züchter, die neue Generationen
schaffen, die Zuchtwarte, die die Züchter beraten und die Zuchtstätten
kontrollieren und schließlich die Zuchtrichter, die das bewerten, was
gezüchtet worden ist. Die gemeinsame Aufgabe dieser Zuchtverantwortlichen
besteht in der Einhaltung der formulierten Zuchtziele und natürlich auch darin,
wenigstens zum Teil die natürliche Selektion zu ersetzten. Alle zusammen haben
also die Aufgabe, die Rasse vor Schäden jedweder Art möglichst zu bewahren.
Diese Pflichten zu leisten ist ohne ein Regelwerk gar nicht möglich. Also
bedarf es, auch bei einer verständlichen Grundskepsis Vereinen gegen über,
eines Zuchtvereines. Daran kommt keine Rassezucht vorbei.......Nicht ganz so
schön sein tut nicht weh, nicht gesund sein ist aber in den meisten Fällen
schmerzhaft. Bei allem, was wir in der Hundezucht tun, dürfen wir nicht außer
Acht lassen, dass die Verantwortung für das Individuum Hund ganz bei uns liegt....
.....Wir haben den Hund in
eine physische und psychische Abhängigkeit vom Menschen gezüchtet und damit
besitzen wir die gesamte Verantwortung für dieses Tier......Der Hund ist uns von der Planung
seines Entstehens bis zu seinem Tode ausgeliefert und das verpflichtet!"
Züchten statt Vermehren
Dr. Reiner Beuing und Dr.
Gabriele Schille Rechenzentrum für Tierzucht und angewandte Genetik,
Gießen
Warum umfangreiches Wissen und Informationen in der Hundezucht
so wichtig sind.
Hunde gehören zu unserer Gesellschaft! Sie sind unverzichtbar
in ihrer Arbeit als Dienst-,
Hüte-, Jagd-
oder Rettungshunde. Aber auch als Sozialpartner sind sie nicht wegzudenken
und Sport mit dem Hund ist eine Bereicherung der
Freizeitgestaltung. Insofern ist Hundezucht nichts
anderes, als einen unverzichtbaren Bedarf zu decken. Züchter befinden sich also
in einem Markt mit Angebot und Nachfrage und
sind die Anbieter von Welpen, die sich der Nachfrage in allen Konsequenzen zu
stellen haben. Es wäre eine Illusion,
würde man glauben, die Nachfrage könnte durch Zufallswelpen, Mischlinge oder
Straßenfänge aus Tierheimen der Mittelmeerländer gedeckt werden. Es ist
verständlich, dass man dafür wirbt, diesen oft armen Geschöpfen ein Zuhause
zu geben, aber ein Grund, gezielte Rassehundezucht in Frage zu stellen, ist das
nicht. Rassehunde sind vergleichbar mit Markenartikeln! Rassehunde stehen mit
ihrer Rassebezeichnung für Eigenschaften die eben rassetypisch sind. Das
erlaubt es dem Welpenkäufer bereits im Vorfeld abzuschätzen, was zu
erwarten ist. So, wie der Autokäufer seine
Automarke an den Erwartungen festlegt und die Wahl zwischen Porsche oder VW Bus
trifft, so entscheidet sich der Welpenkäufer für eine bestimmte Rasse mit
entsprechenden Vorstellungen. Das Image der Rasse spielt dabei eine große
Rolle. Sind diese Versprechen , die sich aus
der Rassebezeichnung ergeben, aber wirklich verlässlich? Hunde sind ja keine
Produkte, die nach einem exakten Bauplan in Form gestanzt werden. Ihr Bauplan
sind die Erbanlagen, die in vielen Varianten in der Rasse vorkommen. Eine
Teilkopie des Vaters wird mit einer Teilkopie der Mutter zum neuen Bauplan
kombiniert, nach dem sich der Welpe vom Embryo zum erwachsenen Hund entwickelt.
Diese Erbanlagen enthalten die Gene, die das Strickmuster für Proteine
darstellen, aus denen Körperzellen und Wirkstoffe des Körpers aufgebaut sind,
Bausteine, die den Aufbau und die Funktion des Körpers bestimmen. Sehr viele
dieser Gene sind einheitlich in der Rasse. Daher sind alle Dackel kurzbeinig,
alle Bernhardiner groß, alle Whippets zierlich, alle Dalmatiner getupft.
Züchten innerhalb der Rasse
Wenn es denn wirklich so wäre,
dass alle Tiere einer Rasse gleich- und alle gleich gut wären, könnte man sie
unbefangen vermehren. Aber leider ist das nicht so. Rassen haben sich vor
langer Zeit aus verschiedenen Schlägen durch Kombinationszucht gebildet. Es
gibt immer noch Variation in Exterieur,
Talent und Wesen. Es gibt in Jagdhunderassen schussscheue Hunde,
es gibt in Showrassen unförmige Tiere, es gibt überall Varianten, die es
notwendig machen, dass Züchter die dafür
verantwortlichen Gene aus der Rasse herauszufiltern versuchen.
Dazu kommt, dass durch das Kopieren der Erbanlagen auch Kopierfehler entstehen,
Mutationen, die dann zu fehlerhaften Proteinen und dadurch zu Krankheiten evtl.
auch Erbkrankheiten, führen. Aus diesen Problemen
ergeben sich Ziele der Zucht, denn überall
wo die Erwartungen an einen Rassehund nicht erfüllt werden, entsteht
Enttäuschung, oft auch Kummer und Sorge um
einen Hausgenossen. Welche Erwartungen hat
man als Käufer? Drei wichtige Bereiche sind da auszumachen:
1. Ein ästhetischansprechendes
Erscheinungsbild
2. Gesundheit und Langlebigkeit
3. Brauchbarkeit und Talent zu dem ihm zugedachten Nutzungszweck
Wenn man nach der Wichtigkeit dieser Bereiche fragt, steht meist
Gesundheit und Langlebigkeit an erster Stelle. Hierbei spielt zwar auch die
Kostenbelastung eine Rolle, meist ist es jedoch das Mitgefühl mit dem kranken
Hausgenossen, dessen Leid und Hilflosigkeit diesen hohen Stellenwert bestimmt.
An zweiter Stelle steht die Brauchbarkeit. Das ist weit gefasst. Jagdhunderassen
müssen zur Jagd talentiert sein. Sie müssen natürlichen Jagdinstinkt
mitbringen, gute Nase haben, ausbildbar und führig sein. Ein als Hausgenosse ausgewählter
Spielpartner für die Kinder
muss wesensstark, freundlich und sicher sein, mit absoluter Beißhemmung
gegenüber eigenen Rudelpartnern . Die Liste der Aufgaben von Rassehunden
ist groß, ebenso wie das, was sie dazu im
weitesten Sinne als Talent mitbringen müssen. Was sie
nicht mitbringen, ist dann eben ein Mangel. Aber Vorsicht! Wer für seine
Wünsche die falsche Rasse wählt, wird überall auf Mängel stoßen und
enttäuscht sein. Erst an dritter Stelle steht das, was man in der Industrie als
Design bezeichnet: Der harmonische
Einklang von Erscheinungsform und Funktionalität, die Ausstrahlung, die Farbe
usw. Es ist klar, dass Käufer einen schönen Hund wollen, sie machen aber gerne
auch Abstriche, wenn es eine Persönlichkeit ist. Besitzer von Mischlingen
zeigen uns, wie unwichtig das sein kann. Der Rassestandard legt die
Erscheinungsform für jede Hunderasse fest, Richter bewerten auf Ausstellungen,
wie gut die Tiere dem Standard entsprechen. Pokale werden vergeben und Champions
werden gekürt und es scheint oft, als wäre es das Wichtigste überhaupt.
Das hat auch die Rassehundezucht in Misskredit gebracht, denn der Vorwurf, die
Ziele zu einseitig auf Äußerlichkeiten
ausgerichtet zu haben, trafen, zumindest früher häufiger als
heute, für viele Rassen zu. Überzüchtete
Rassehunde ist eine oft verwendete aber
irreführende Bezeichnung, falsch
gezüchtet wäre hier besser.
Züchten heute mit Zuchtwerten
Es ist eine alte Erfahrung, dass Tiere nicht immer so vererben,
wie sie selbst sind. Es ist
Alltag in
den Zuchtstätten zu erleben, dass so mancher Sieger, Leistungsträger oder
Champion enttäuschende Normalität vererbt und
andererseits aus fast verkanntem Mittelmaß traumhafte
Zuchterfolge entstehen. In gleicher Weise muss man feststellen, dass ein
gesunder Hund leider keine Garantie dafür
ist, dass seine Nachzucht gesund ist. Hüftgelenksdysplasie (HD),
Ellbogenarthrosen (ED) oder Epilepsie entstehen oft aus normalen Eltern,
unverhofft und für die meisten Züchter
unerwartet. Wenn es aber so ist, dass die Vererbung der Zuchttiere
anders sein kann als ihre Leistung oder Erscheinung, so muss man sich fragen,
warum dann alle Zuchtvorschriften (Körungen und
Zuchttauglichkeitsprüfungen) danach ausgerichtet
sind, wie die Tiere sind, anstatt darauf aufzubauen, wie die Hunde wahrscheinlich
vererben. Dieser Widerspruch ist
gefühlsmäßig fast jedem Züchter bewusst, daher versucht er eigene Erfahrungen
über Geschwister und/oder schon vorhandene Nachzucht einzubeziehen. Ein wirklich
objektives Bild kann sich jedoch kein Züchter machen. Zu drastisch wirken
sowohl positive als auch negative
Einzelfälle. Zudem macht es die Fülle von Hunden mit deren Leistungsprüfungen
oder Gesundheitskontrollen schwer, einen Überblick zu bekommen, geschweige
denn zu behalten. So blieb bisher nur, den Zuchtrüden oder die Zuchthündin
selbst zu betrachten. Heute ist die Zeit aber reif
für mehr! Computertechnik und Informationsverbreitung
sind so ausgereift, dass verantwortungsvolle Rassezuchtvereine ihren
Mitgliedern gesammelte Informationen zur Verfügung stellen und im nächsten
Schritt dadurch auch Hinweise geben können
wie sie (wahrscheinlich) vererben. Wir haben
Zahlen, die uns sagen, wie die Tiere sind: eine Prüfungsnote in einer
Jagdprüfung zeigt z.B. ob dieser Hund in
diesem Fach gut oder schlecht war. Wir haben Zahlen über die Schulterhöhe,
Punkte über den Raumgriff im Gang oder Bewertungspunkte für den Typ. In
jedem Merkmal gibt es einen Zahlenwert, der uns
sagt, wie ausgeprägt die Eigenschaft ist. Züchter
brauchen aber eine Zahl die sagt, wie ausgeprägt das Merkmal in der Nachzucht
sein wird. Diese Zahl, zur Anwendung in der
Zucht, wird Zuchtwert genannt. Es gibt also für jedes Merkmal
einen (phänotypischen) Messwert und einen (genetischen) Zuchtwert. Anhand
der vorangegangenen Erklärung wird die Definition des Zuchtwertes leicht
verständlich. Der Zuchtwert ist ein Zahlenwert zur
Anwendung in der Zucht. Er beschreibt, welche
Wirkung die Gene eines Tieres auf ein Merkmal haben, wenn diese mit den Genen
der restlichen Population kombiniert werden
und normale Umweltbedingungen vorliegen. Es
ist zu betonen, dass der Zuchtwert zunächst nichts mit wertlos oder wertvoll zu
tun hat, sondern nur ein Zahlenwert mit
beschreibender Aussage sein soll: wirken die Gene in einem Merkmal
verstärkend oder abschwächend. Bei Krankheiten bedeutet dies, dass hohe
Zuchtwerte eine Verstärkung der Krankheitsanlage
anzeigen, was der Züchter als unerwünscht
ansieht. Ziel muss es sein, Zuchttiere einzusetzen, die in der Nachzucht das
Krankheitsrisiko reduzieren. Wenig ist in diesem
Fall somit wertvoll! Bei der Schulterhöhe
ist das nicht so einfach. Ein hoher Zuchtwert für einen Rüden heißt, dass
seine Erbanlagen die Größe verstärken. Das kann
für eine kleine Hündin wertvoll und wichtig sein,
für eine Hündin, die selbst schon an der Obergrenze steht, ist ein solcher
Rüde nicht empfehlenswert. Es liegt im
Ermessen des Züchters, für seine Hündin den passenden Rüden auszusuchen,
wenn er erst einmal weiß, wie die Zuchtwerte sind. Zum
besseren Verständnis werden die Zuchtwerte nicht in der Einheit des Merkmals
ausgewiesen, z.B. in HD-Graden oder in cm sondern
werden in Relativzuchtwerte transformiert.
Dabei nimmt man 100 für das rassetypische Niveau und Hunde über 100 verstärken,
Hunde unter 100 reduzieren das Merkmal. Durch den Bezug auf das Rasseniveau
wird die Einstufung auch über Merkmale hinweg
vergleichbar. Wird ein Hund z.B. mit HD 92 und
Schulterhöhe 108 ausgewiesen macht dies deutlich, dass er ein großvererbender,
die HD verbessernder Zuchtpartner ist. Bei
Zuchtwerten für Sensibilität, abgeleitet aus einem Wesenstest,
bedeutet über 100, dass Nachzucht mit verstärkter Sensibilität zu erwarten
ist, das fördert Ängstlichkeit, niedrige
Zuchtwerte fördern Selbstsicherheit. Bei
Mutationen geht man etwas anders vor. Jedes Tier hat vom Vater und der Mutter je
ein Gen erhalten, das für die Bildung eines
Proteins verantwortlich ist und damit ein Merkmal bestimmt.
Beide Gene wirken gleichzeitig als Bauanweisung bei der Bildung des Proteins.
Gibt es in der Rasse eine Mutante, wird sie auch
vererbt und es kann sein, dass ein Welpe ein solches
mutiertes Gen ererbt. Oft ist das nicht schlimm, weil die halbe Menge korrekt
aufgebauten Proteins völlig ausreicht, um die
Lebensfunktionen ungestört ablaufen zu lassen, Das
unwirksame, mutierte Protein hat keine sichtbaren Auswirkungen (ist rezessiv).
Fatal ist es, wenn ein Welpe vom Vater und
von der Mutter ein solches rezessives Gen erhielt. Dann ist
kein korrekter Bauplan existent und es gibt nur die unwirksame Variante. Das hat
dann drastische Auswirkungen und führt zu
den Erbfehlern, die spontan auftreten obwohl beide Eltern
gesund waren. Sie waren aber mischerbige Träger des korrekten (A)
und des mutierten (a)
Gens. Drei Genotypen sind möglich: AA
symbolisiert, dass nur korrekte Gene
vorliegen und somit, wenn das eine oder das
andere in ein Spermium kopiert wird, nur die korrekte Variante vererbt
wird. Aa symbolisiert
das Vorhandensein der Mutation neben dem korrekten Gen. Bei der
Vererbung wird mal die eine und mal die andere Genkopie weitergegeben. Das Tier
ist mischerbig und sog. Anlageträger. Der
Genotyp aa liegt
vor, wenn nur die Defektmutante vorliegt.
Das Tier erkrankt und würde, käme es in die Zucht, reinerbig das Defektgen
weitergeben. Verantwortliche
Züchter müssen unbedingt vermeiden, dass eine Krankheitsanlage von Vater
und Mutter zusammentrifft. Sie müssen also wissen
mit welcher Wahrscheinlichkeit ihre Hündin
und der ausgewählte Deckrüde Anlageträger sind. Auch
hierfür können ausgefeilte Statistikprogramme eingesetzt werden, die aus allen
registrierten Krankheitsfällen das Risiko
ableiten. Die Forschungen zur Genomanalyse bringen
zudem täglich neue Erkenntnisse über Mutationen. Werden Gentests
durchgeführt, werden die
Wahrscheinlichkeiten zu Sicherheiten. Hilfe
für Züchter Was ist ein Züchter,
Alleinkämpfer oder Teil einer solidarischen Züchtergemeinschaft, die sich
gegenseitig informiert und hilft, um bei der Zucht der Welpen im Rahmen der
geforderten Qualitätserwartungen zu züchten? Wie
es sein sollte, ist klar. Modern und weitblickend
sind Vereine, die sogar die Welpenkäufer einbeziehen und durch regelmäßige
Befragungen ihre Zucht- und Leistungsprüfungen
ergänzen. Im nachfolgenden soll dargestellt
werden, wie durch Datenverarbeitung und die Bereitstellung dieser
Daten für alle Züchter ein modernes Zuchtmanagement möglich wird. Im Kynologischen
Rechenzentrum in Giessen (TG-Verlag) werden EDV-mäßig mehr als 70 Rassen
betreut. Alle Daten werden hier auf einem Zentralrechner archiviert und es
werden je nach Wunsch der Zuchtvereine
genetische Analysen durchgeführt, Zuchtwerte berechnet und Genotypwahrscheinlichkeiten
ermittelt. Zu gewissen Zeitpunkten (meist quartalsweise) wird ein
selektiver Datenauszug aus diesem Zentralrechner durchgeführt. Diese Daten
werden in dem PC-Informationsprogramm Dogbase
per CD Zuchtberatern, interessierten
Züchtern und Vereinsmitgliedern
bereitgestellt. In diesem Dogbase-Programm sind alle Hunde der zentralen
Datenbank mit ihren zu diesem Zeitpunkt gespeicherten Daten zu finden, d.h. wer
hat welche Prüfung mit welcher Leistung
abgeschlossen, welche Informationen liegen aus dem
Gesundheitsbereich vor, wie sehen Zuchtwerte oder Genotypwahrscheinlichkeiten
für wichtige Merkmale der entsprechenden
Rasse aus, welche Paarungen liegen bereits vor, und viele
weitere Informationen. Aber nicht nur die Information selbst steht dem Dogbase-
Anwender zur Verfügung sondern die Möglichkeit,
mit diesen zahlreichen Daten vielfältige Analysemöglichkeiten
zu nutzen. Die Datenbank kann nach verschiedenen Kriterien gefiltert und
durchsucht werden so dass sich auch Neulinge im Zuchtgeschehen einen Überblick
über die Rasse und auch über den Einsatz
zukünftiger Zuchttiere verschaffen können. Die Auswahl eines
geeigneten Deckpartners ist hierdurch individuell möglich. Dogbase beinhaltet
aber nicht nur Daten, sondern es
besteht auch die Möglichkeit, Bilder oder beschreibende Körbericht
mit einzubinden. Mit Hilfe dieses
Zuchtinstrumentes, mit der Bereitstellung von Zuchtwerten und Genotypwahrscheinlichkeiten,
ist es Zuchtvereinen nun möglich, strategische Paarungskonzepte
zu verwirklichen. Das kann man an folgendem Beispiel verdeutlichen: In
einem Verein wird festgelegt, dass nur noch Welpen gezüchtet werden dürfen,
die ein unterdurchschnittliches Risiko für
HD haben. Der Rassedurchschnitt wird durch den Zuchtwert
100 charakterisiert. Das bedeutet, dass Vater und Mutter bei einer Paarung nur
Gene einbringen dürfen (der Zuchtwert beschreibt
die Wirkung der Gene), die zu unterdurchschnittlicher
HD-Belastung führen. Da sowohl Vater als auch Mutter jeweils nur die
Hälfte ihrer Gene einbringen, muss der halbe Zuchtwert des Vaters plus dem
halben Zuchtwert der Mutter unter 100
liegen. Wenn ein Züchter eine Hündin besitzt, die z.B. ein geringfügig
erhöhtes Risiko für HD hat (Zuchtwert 106), so muss er einen Deckrüden
suchen, der in seinem Zuchtwert unter 94
liegt. Das sind Rüden, die aus HD-freien Linien kommen und
ihre gute Vererbung bereits nachgewiesen haben. Je risikoreicher die Hündin
ist, desto besser muss der gewählte Rüde
im Zuchtwert dieses Merkmals sein. Dieses als Strategische
Paarung bezeichnete
Prinzip ist ein dynamisches, selbstregulierendes Konzept, da die Zuchtwerte
stets durch neue Erkenntnisse aus der Nachzucht aktualisiert werden. Wenn wir
uns vorstellen, dass ein Wurf dieses Rüden
offenbart, dass er entgegen der bisherigen Erwartungen
doch schlecht vererbt (sein HD-Zuchtwert steigt), dann käme er für diese
Hündin als Partner zukünftig nicht mehr in Frage.
Andererseits könnten Rüden, die mit ihrem ersten
Wurf belastet waren, aber durch weitere Würfe ihre gute Vererbung
dokumentieren, zum Zuge kommen. Solche
Veränderungen nach neuen Erkenntnissen können in den regelmäßig
erscheinenden Dogbase-Updates konsequent verfolgt werden. Diese
Zuchtauflagen, oder sagen wir besser Zuchtrichtlinien, sind einfach. Sie haben
zusätzlich einen großen Vorteil: Der Züchter
kann nachweisen, dass zum Zeitpunkt der Paarung
nach aktuellem Wissen und allgemeinem Erkenntnisstand keine HD in der Nachzucht
zu erwarten war. Das sichert ihn gegen Vorwürfe ab, wenn entgegen aller Erwartungen
doch HD-Fälle aufgetreten sind. Zusätzlich weckt es auch Verständnis bei den
Besitzern, weil diese HD-Fälle zu Konsequenzen bei
weiteren Paarungen führen. Erinnern wir uns:
§11b des Tierschutzgesetzes verbietet Paarungen, wenn damit gerechnet werden
muss, dass bei der Nachzucht erblich bedingt
Körperteile umgestaltet sind und hierdurch Schmerzen,
Leiden oder Schäden auftreten. Mit dieser Zuchtstrategie hat man nicht nur ein
gutes Gewissen, sondern ist auch rechtlich auf der
sicheren Seite. Zudem darf man nicht vergessen,
man ist auch erfolgreich! Alle Rassen bzw. Zuchtvereine, die strategische
Paarung konsequent praktizieren, konnten
beeindruckende Zuchterfolge realisieren. Nach dem gleichen
Prinzip verbessern so z.B. Jagdhunderassen die jagdlichen Eigenschaften ohne
jedoch, dass der Verein Grenzwerte vorgibt.
Ziele und Wünsche
vereinen
Wenn man den Wünschen der Hundebesitzer folgt und neben dem
für Züchter besonders
attraktiven
Ausstellungswesen auch Gesundheit, Langlebigkeit und Talenten eine angemessene
Bedeutung einräumt, dann werden sich Rassezuchten zu einer verlässlichen
Quelle guter Hunde entwickeln. Derzeit ist es
keinesfalls so, dass Vermehrung in einer gut durchgezüchteten
Population ausreicht. Der permanente Filter engagierter Züchter ist noch
notwendig und Welpenkäufer sollten wachsam sein,
wenn ihnen Welpen angeboten werden, die aus
Schwarzzuchten oder dubiosen Vermehrungsbetrieben stammen.
Dr. Reiner Beuing und Dr. Gabriele
Schille Rechenzentrum für Tierzucht
und angewandte Genetik, Gießen
www.tg-verlag.com
oder www.dogbase.de
oder www.hundezucht-aktuell.de
Reiner.Beuing@dogbase.de oder info@tg-verlag.com
Hinweise zu Futterfragen
Der Hund - ein Fleischfresser? Wie der Wolf?
Oder doch ein Abfall- und Allesfresser wie die Pariahunde in
Indien?
Wie erkenne ich, ob ein Futter wirklich gut ist?
Was macht ein Futter „gut“?
Und wo bekomme ich „gutes“ Futter?
Was ist von Futterzusätzen zu erwarten?
Braucht mein Hund so was? Und was ist mit dem Futter für
Welpen und alte Hunde?
Das sind Fragen, die sich jeder Hundebesitzer irgendwann stellt.
Antworten bekommt er vom Tierarzt (der oft Spezialfutter oder Diätfutter
bestimmter Hersteller verkauft), in gut sortierten Spezialgeschäften (z.B.
Mittenwaldi
in Mittenwald oder Hund & Katz in München), auf Hundeausstellungen, im
Internet oder er sammelt Prospekte auf Ausstellungen oder in Fachläden und
vergleicht selber.
Dieser kleine Leitfaden erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Denn die
Hersteller ändern auch immer wieder etwas an der Rezeptur, lassen bei den
Konservierungsmitteln „EWG-Zusatzstoffe“ weg und schreiben Vitamin C und E
hin.
Aber er soll Ihnen helfen, die Texte auf den Packungen besser zu verstehen.
Ein Hersteller, der „gutes“ Futter verkauft, kann auch vollständig deklarieren, was
er verwendet. Lesen Sie also genau, was auf der Packung steht. Den Pflichttext finden Sie
am vollständigsten auf den 15 kg Gebinden. Ich möchte mich jetzt
erst einmal mit Trockenfutter beschäftigen:
Beispiel:
- Hühnerfleischmehl: hier wird aus Hühnerfleisch Trockenfleischmehl
hergestellt und verwendet.
- Hühnermehl: hier wird das ganze Huhn verwendet, mit Knochen und Innereien
- „Fleisch“: das kann von jedem Tier stammen; manchmal lesen Sie dann „Rind:
mind. 4%“.
- Tierische Nebenerzeugnisse: das können Schnäbel, Füße, Federn sein, die
ja auch aus (minderwertigem) Eiweiß (Keratin) bestehen, aber auch Innereien,
die der Mensch (heute) nicht mehr mag.
- Getreide: für Allergiker ist es wichtig zu wissen, welche Sorte(n).
Der Inhaltsstoff, der als erstes angegeben ist, steht auch mengenmäßig an
erster Stelle.
Ein Futter, bei dem „Fleisch“ an erster Stelle steht, ist damit einem
Futter, bei dem „Getreide“ an erster Stelle steht, meistens vorzuziehen.
Aber Vorsicht: wenn man dann alle "Getreidearten" zusammen rechnet,
ergibt die Summe dann doch mehr "Getreide" als echtes
"Fleisch".
Inzwischen verwenden immer mehr Hersteller natürliche Konservierungsstoffe
wie Vitamin E und Vitamin C. Konservierungsstoffe sind notwendig, um das Fett am
Ranzigwerden zu hindern. Was Sie aber nicht wissen ist, ob die beim
Futterhersteller angelieferten Rohsubstanzen nicht vielleicht doch schon
"chemisch" konserviert wurden - das muss nämlich nicht deklariert
werden! Vermeiden Sie Futtersorten, bei denen Etoxiquin, BHT, BHA oder „EWG-Zusatzstoffe“
genannt sind. Unsere Hunde bekommen auch so schon genügend Schadstoffe mit, wir
müssen sie nicht auch noch mit „zugelassenen“ Stoffen belasten, wenn es
anders auch geht. Informationen zu den EWG- oder EG-Zusatzstoffen finden Sie
hier: http://www.gifte.de/Lebensmittel/e-nummern.htm
oder unter http://www.FIT24NET.de
Praktisch ist auch, wenn der Hersteller eine Kalorienangabe mit auf die
Packung schreibt. So kann man für junge, alte und übergewichtige Hunde die
Mengen besser berechnen. Die Angaben über Futtermengen pro Kilo Hund sind oft
zu hoch gegriffen.
Dosenfutter:
Gegen Dosenfutter ist nichts einzuwenden. Aber Sie zahlen für 80% Wasser
doch eine ganze Menge. Und müssen die Dosen entsorgen. Und das Gewicht
spazieren tragen beim Einkauf oder wenn Sie in Urlaub fahren. Dosenfutter
enthalten keine Konservierungsstoffe, da sie eine Vollkonserve sind. Auch hier
gilt aber das oben gesagte in Bezug auf „Fleisch“ und „Nebenerzeugnisse“.
Es gibt also auch da gute und bessere Dosen.
Futterzusätze selber dem Futter beizumengen ist bei allen Alleinfuttermitteln nicht nötig. Sie können natürlich Karotten, auch als - Gries oder Pellets (Olewo), oder
Bierhefe (enthält einen Vitamin B Komplex) schadlos zufüttern, auch Algenmehl
in nicht zu hoher Konzentration. Aber das ist nicht wirklich nötig. Auf keinen Fall sollten Sie irgendwelche Kalziumpräparate zufüttern!!
Sie setzen damit, erst recht beim Welpen und Junghund, irreparable Schäden
an Knochen und Gelenken! Nur wer selber kocht muss den Phosphorüberschuss im Fleisch mit Kalzium
kompensieren. Dazu brauchen Sie die genaue Analyse des jeweiligen Pansens, des jeweiligen
Muskelfleisches und ihrer Nudeln..... Witz beiseite: es gibt Bücher, die sicher gute und ausreichende
Futterrezepturen zum Selberkochen anbieten. Wer sonst nichts zu tun hat, kann
sich damit beschäftigen. Oder man beschäftigt sich mit "barfen", der Kunst, Rohfutter
selber zusammen zu stellen. Adressen für den Kauf von
Frischfleisch oder grünem Pansen: z.B. www.frostfleisch.de
oder www.futterfleischhandel.de
.
Unter www.gesundehunde.com
erfahren Sie viel Interessantes zum Thema Rohfütterung.
Einfacher und sauberer, und vielleicht auch sicherer, ist das Futter aus dem
Fachhandel. Schön wäre natürlich "canned rabbit", Kaninchen in der Dose, mit
Haut und Haar. Dem natürlichen Beutespektrum entsprechend... Damit sind wir schon
bei der Frage: Wo kaufe ich mein Hundefutter?
Bitte nicht im Supermarkt! Lesen Sie einfach, was bei diesen Futtersorten auf
der Tüte steht, und - siehe oben – Sie wissen Bescheid. Und meistens finden
Sie Hundefutter neben den stark riechenden Waschmitteln - igitt. Wenn Sie sich für ein Qualitätsfutter entschieden haben, können Sie
Bezugsadressen vom Hersteller erfragen oder einfach in Ihrem Futterfachgeschäft
nachfragen. Oder Sie wenden sich an einen kompetenten Heimlieferservice, der sich auch
mit seinen Futtersorten auskennt und sich regelmäßig über Neuerungen
informiert.
Und nun zur Frage: Braucht mein Hund so was?
Der vom Opa ist doch auch so alt geworden!!
Wussten Sie, dass unsere Hunde durchschnittlich nur 5 Jahre alt werden?
Da sind nicht nur alle die dabei, die unters Auto gekommen sind.
Sondern auch die Welpen, die aufgrund der schlechten Ernährung der Mutter
nicht über die Runden kamen. Oder die, die mit Vitaminen und Kalzium und
hochkalorigem Welpenfutter aufgepumpt wurden und dann, bei zusätzlicher
falscher Bewegung, mit schwerer HD eingeschläfert werden mussten.
Wie viel Protein = Eiweiß braucht nun „der“ Hund?
Wenn Sie (wieder mal) den Aufdruck auf der Tüte studieren und vergleichen,
so werden Sie feststellen, dass sich speziell bei der Welpenaufzucht die
Hersteller bei der Anzahl der Proteinprozente stark unterscheiden. Da ist sich
auch die Wissenschaft scheinbar noch nicht ganz einig. Logisch, bei über 400
Hunderassen.... Ein Hersteller hat nun ein Seniorenfutter mit 30 % Rohprotein,
die anderen dümpeln bei 16-18 % herum. Und der Lundehund braucht eine spezielle
Diät, die möglichst aus fettem Seefisch und Geflügel besteht, da er keine
Säugetierfette verarbeiten kann. Und der Ridgeback, der aus einer Gegend
stammt, wo sich auch die Hunde durchbeißen mussten und letztlich Abfallfresser
waren? "Mealie meal porridge" (aus Mais-Schrotmehl) erhielten
die Ridgebacks ursprünglich, nachzulesen bei Lind Costa: Rhodesian Ridgeback
Pioneers, 2004, ISBN 0-646-43501-9.
Wählen Sie einfach ein „gutes“ Futter, siehe oben, das eine moderate
Eiweißmenge von vielleicht 26% enthält. Und passen Sie auf, dass Ihr Hund
nicht zu schnell wächst. Seine genetisch programmierte Größe erreicht er
immer. Aber zu der Größe muss auch die Muskelmenge passen, sonst können
Knochen und Gelenke das Gewicht nicht aushalten.
Wenn Ihr Hund ca. 2 Jahre alt ist, ist es im Prinzip egal, was er frisst. Der
Körper ist ausgereift. Wirkliche Leistungshunde zum Zeitpunkt der Leistung
(also Schlittenhunde im Winter; Hütehunde, die immer bei der Herde sind; Agility
- Hunde, die wöchentlich auf ein Turnier gehen) brauchen natürlich schon ein
Leistungsfutter. Aber nicht der Hund, der einmal in der Woche am Hundeplatz in
der Box liegt und für einmal Unterordnung und einmal Schutzdienst raus kommt.
Auch nicht der „normale“ Hund, der ab und zu mal über einen Agilityparcours
hüpft. Da können Sie entweder einen zweiten Futtersack stehen haben, oder sie
erhöhen die Kalorienzahl einfach durch Zugabe von Sonnenblumenöl, Distelöl,
Rapsöl oder Olivenöl, oder kochen ein paar Vollkornnudeln extra. Langhaarige Hund im Fellwechsel sind auch besonderes zu beachten.
Der alte Hund, bei großen Rassen schon ab 7 Jahre, ist auch wieder
vorsichtig zu füttern. Gute Hersteller haben Seniorenfutter, die auf die
Verdauung alter Tiere eingestellt sind. Inzwischen gibt es hier die Meinung, dass
zu niedrige Eiweißgehalte vermeiden werden sollten. Gut verdauliche
Eiweißträger wie Huhn oder Fisch sind sinnvoll, und – passen Sie auf
Übergewicht auf!
Bei speziellen Fragen wie Futtermittelallergien, Ekzeme usw. fragen Sie den
Tierarzt Ihres Vertrauens, oder wenden Sie sich an eine Universitätstierklinik.
Quellen:
Empfehlungen zur Energie- und Nährstoffversorgung der Hunde, DLG Verlag
Frankfurt, ISBN 3-7690-0477-9
Prospekte folgender Hersteller::
Welldog, Original Recipe, TechniCal, Arden Grange, Happy Dog, Regal, CANINE
plus, Eukanuba, Twinner, Prins, Precept, Lone Star, Nutra Nuggets, Euro Premium,
Bozita, ProPlan, M&B Premium –Food, Mera Dog, Kiddo, Nutro, Premium Best
Choice, Belcando, Vollmers
(Diese Reihung enthält keinerlei Wertung! Es können in der Zwischenzeit weitere
Hersteller empfehlenswerte Futtersorten entwickelt haben!)
Susanne Walcher 1999-2007
Einen Vergleich der Zusammensetzungen von verschiedenen Trockenfuttern findet
man unter http://www.fressnapf.de/community/forum/entries/126377,0
und generelle Informationen unter http://hundundfutter.de/
Farchanter Hundekuchen
Zutaten:
1 kg Mehl ( nach Belieben auch Vollkornmehl)
1 kg feine Haferflocken
0,5 kg grobe Haferflocken
ca. 1,5 l Wasser
ca. 2 EL Öl (Oliven- oder Distelöl)
nach Belieben können zugefügt werden:
1 Dose Ölsardinen oder Thunfisch mit Öl
oder
ein Stück Butter
oder
Tomatenmark oder
Kräuter der Provence
oder
Jeweils aufgelöste Olewo-Karotten oder
Bierhefegranulat
eine Packung aufgetauter Rahmspinat oder gehackte Brennnesseln
oder andere Kräuter
Bananen oder geriebene Äpfel
etwas Brotbackmischung
Einen festen Teig anrühren, bis sich alle Zutaten gut vermischt haben, z. B.
mit einem Handrührgerät in einer sehr großen Schüssel. Mit zwei Esslöffel
gewünschte Portionen abstechen und die Häufchen auf ein mit Backpapier
ausgelegtes
Blech setzten .
Langsam backen bei Temperaturen bis ca.160 Grad Celsius im Heißluftherd.
Die Menge ergibt gut drei Bleche. Die Hundekuchen
nach 24 Stunden noch mal nachbacken, damit sie auch wirklich durchgetrocknet sind.
Die Brösel von Brot, Trockenfutter oder anderen Hundkuchen können dem Teig
beigefügt werden, ebenso die von Trockenpansen und Ähnlichem.
Das ist ja ein dicker Hund.....
...aber so sollten unsere Hunde nicht sein.
Leider habe ich selber kein Foto eines dicken Hundes, aber
von zwei "normal" - schlanken Hunden:
Das ist Oribi ( im Alter von 7 Jahren, zwei
Würfe)
und das Aziza ( im Alter von 4 Jahren)

Dicke Hunde und wie sie nach einer Diät ausschauen, sieht man hier:
Würmer
Würmer sind Parasiten, die oft bei Hunden und Katzen gefunden werden. Weil
diese Würmer nicht nur für Ihr Haustier sehr unangenehm sind, sondern auch
für Menschen schädlich sein können, ist es sehr wichtig, dass Sie Ihr
Haustier regelmäßig entwurmen.
Bandwürmer.
Dipylidium und Taenia spp sind Bandwürmer, die bei Hunden und Katzen oft
vorkommen. Erwachsene Bandwürmer leben in den Därmen. Es sind sehr lange,
platte Würmer, die aus Segmenten bestehen.
Spulwürmer.
Häufig vorkommende Spulwürmer bei Hunden und Katzen sind Toxacara und
Toxascaris.
Tiere, die mit Spulwürmern infiziert sind, haben erwachsene Spulwürmer in den
Därmen. Diese Würmer scheiden Eier aus, die mit dem Kot nach draußen
gelangen. Die Eier können außerhalb des Körpers gut überleben, z. B. in
Gärten, Grünanlagen oder im Sandkasten. In diesen entwickeln sich Larven.
Auch der Mensch kann sich mit den Larven infizieren. Obwohl die Larven
sich bei ihm nicht bis zu erwachsenen Würmern entwickeln, können sie viele
Probleme verursachen. Abhängig von den Stellen, wo die Larven hinwandern,
können sie Symptome erzeugen wie Übelkeit, Bauchschmerzen, Husten usw. Die
Larven können auch die Augen oder das Gehirn erreichen. In diesen Fällen
können die Folgen sehr ernsthaft sein.
Der Fuchsbandwurm.
Über den Fuchsbandwurm sollte noch eine zusätzliche Bemerkung gemacht
werden. Obwohl diese normalerweise nur beim Fuchs vorkommt, kann auch der
Hund sich mit diesem Bandwurm infizieren. Wenn der Mensch sich mit den Eiern
dieses Bandwurms infiziert, entwickeln sie sich bis zu Finnen. Diese Finnen sind
sehr schädlich für die Leber und die resultierende Lebererkrankung kann
für Menschen tödlich sein!
Fassen Sie deswegen nie tote Füchse oder Fuchskot an! Essen Sie auch
nie ungewaschene Waldfrüchte oder Pilze!
Herzwurm.
Der Herzwurm befindet sich, wie der Name schon sagt, im Herz. Die
Herzwurmlarven werden von Mücken übertragen, die rund um das Mittelmeer
vorkommen. Weil Herzwürmer ernsthafte Beschwerde verursachen und die Behandlung
nicht ungefährlich ist, ist es besser, einer Herzwurminfektion vorzubeugen.
Kontaktieren sie dafür einen Tierarzt.
Die Behandlung: Entwurmen!
Tiere mit Würmern sollten mit einem passenden Wurmmittel behandelt werden.
Es gibt Mittel gegen Bandwürmer und solche gegen Spulwürmer. Es gibt auch
Präparate, die geeignet sind für beide. Für Welpen, die eigentlich immer nur
Spulwürmer haben, gibt es spezielle Welpen-Entwurmungsmittel. Verabreichen Sie
immer das geeignete Mittel und lesen die die Gebrauchsanleitung vorher gut
durch!
Hündinnen sollten entwurmt werden vor der Trächtigkeit. Die Welpen sollten mit
2, 4, 6 und 8 Wochen entwurmt werden und dann einmal pro 1-2 Monaten, bis der
Hund ein halbes Jahr alt ist. Danach entwurmt man drei- bis viermal pro Jahr.
Die Entwurmung Ihres Haustieres ist nicht nur wichtig für das Tier selber.
Je weniger die Haustiere Wurmeier ausscheiden, desto geringer ist die Gefahr,
dass Menschen sich mit diesen Wurmeiern infizieren! Deswegen ist es auch für
die Gesundheit anderer Menschen wichtig, dass Sie Ihr Haustier regelmäßig
entwurmen.
Schließlich gilt:
Wenn Sie bei Ihrem Haustier Bandwurmsegmente bemerken (Reiskörnern ähnliche
Stückchen rund um den After oder auf dem Liegeplatz), ist es wahrscheinlich,
dass Ihr Haustier auch Flöhe hat. Hunde und Katzen infizieren sich oft mit
Bandwürmern durch das Auflecken von infizierten Flöhen. Wenn Sie auf Nummer
sicher gehen möchten, behandeln Sie dann das Tier gegen Flöhe und gegen
Würmer.
Weitere Infos auf: www.vigla.de
Weitere Parasitosen
Eine gute Zusammenfassung findet man bei
ttp://www.inselhunde.de/krankheiten.htm
Hier ein Ausschnitt:
Gefahren durch Hundekrankheiten aus
Süd- und Osteuropa
Leishmaniose
Bei der Leishmaniose handelt es
sich vermutlich um die wichtigste Importparasitose. Die
Krankheitserreger werden von
Sandmücken der Gattung Phlebotomus mit dem Stich
übertragen. Die Erreger sind
winzige einzellige Parasiten (Leishmania infantum). Für den
Hund stellt die Leishmaniose eine
schwere Erkrankung dar, die häufig tödlich verläuft.
Die Krankheit ist an das
Verbreitungsgebiet der Sandmücken gebunden, welches sich in
Europa südlich des 45.
Breitengrades erstreckt. Im Mittelmeerraum ist die Infektionsrate von
Hunden stellenweise sehr hoch. In
Frankreich sind bis zu 66 % , in Spanien bis zu 67 % der
Hunde infiziert. Aus südlich
gelegenen warmen Flusstälern der Südschweiz werden
vereinzelt Fälle gemeldet.
Sandmücken wurden bereits in der oberrheinischen Tiefebene
entdeckt. Man geht heute davon aus,
dass in Deutschland ca. 20.000 Leishmaniose-infizierte
Hunde leben, die entweder aus dem
Mittelmeerraum importiert wurden oder sich als
Urlaubshunde im Süden infiziert
haben.
Die Tiere erkranken zwischen 1 und
18 Monaten nach Auslandsaufenthalt, so dass häufig
kein direkter Zusammenhang
hergestellt wird. Es wird zwischen der Hautleishmaniose und
einer systemischen Form, bei der
die inneren Bauchorgane befallen werden, unterschieden.
Die Symptomantik kann sehr
variieren und reicht von Gewichtsverlust, Leber- und
Milzvergrößerung,
Lymphknotenschwellungen, Schwäche, Durchfall, Erbrechen, Haarausfall,
Hautgeschwüren bis hin zu
Bindehautinfektionen. Hochverdächtig sind auch chronische, nicht
juckende Ekzeme und Haarausfall des
Nasenrückens, der Ohrenspitzen und Brillenbildung
um die Augen. Schließlich magern
die Tiere bis zum Skelett ab. Der Krankheitsverlauf kann
sich über Monate hinziehen.
Die Leishmaniose gilt bei Hunden
als nicht heilbar, die Sterblichkeitsrate ist sehr hoch. Eine
Impfung existiert nicht. Es steht
ein die Eiweißsynthese der Erreger hemmendes Medikament
zur Verfügung. Auch
Antimonverbindungen werden eingesetzt.
Ohne Behandlung sterben bis zu 90 %
der Hunde innerhalb eines Jahres. Seit der Einführung
der Behandlung mit
Proteinsynthesehemmern hat sich die Prognose deutlich gebessert,
wenn auch gesicherte Dauerheilungen
relativ selten sind.
Die Leishmaniose ist eine auf den
Menschen übertragbare Erkrankung (Zoonose). Das Risiko
der Übertragung ist aber insgesamt
als eher gering einzustufen. Allerdings ist eine
Übertragung über Hautwunden
möglich.
Hundeimporte TVT e. V. 13
Babesiose
Der Erreger der Babesiose, auch als
Hundemalaria bezeichnet, ist ein kleiner einzelliger
Parasit (Babesia canis), der sich
in den roten Blutkörperchen des Hundes vermehrt und diese
zerstört. In allen warmen
Klimazonen kann die Babesiose auftreten. In Frankreich stellt diese
Erkrankung eine der gefürchtetsten
Erkrankungen des Hundes dar. Aber auch in Ungarn,
Bulgarien, Rumänien, Österreich
und in Südpolen ist mit dem Auftreten zu rechen. Seit
einiger Jahren werden auch aus
Deutschland und der Schweiz Fälle von Hundemalaria
gemeldet. Die Babesiose ist eine
Vektorkrankheit, d. h., dass für eine Infektion ein Überträger
notwendig ist. Der wichtigste
Vektor ist die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus).
Inzwischen wurde auch nachgewiesen,
dass die braune Hundezecke (Rhipecephalus
sanguineus) als Überträger
fungieren kann. Beim Blutsaugen werden die Erreger von der
Zecke auf den Hund übertragen.
Die Auwaldzecke ist in der
oberrheinischen Tiefebene zwischen Freiburg und Mainz
verbreitet. Auch im Saarland und in
Rheinland-Pfalz wurde die Auwaldzecke beobachtet.
Inzwischen hat sich die Zecke bis
nach Sachsen und Berlin-Brandenburg ausgebreitet. Es ist
davon auszugehen, dass sie sich in
Deutschland weiter verbreiten wird.
Die Zeit von der Infektion bis zum
Auftreten von Symptomen kann 2 Tage bis 5 Wochen
betragen. Typische akute Symptome
sind Mattigkeit, hohes Fieber, Schwäche, blasse
Schleimhäute, roter bis dunkler
Urin. In dieser akuten Phase führt die Erkrankung häufig zum
Tod des Tieres. Bei einem
chronischen Verlauf können Abmagerung, Teilnahmslosigkeit,
Gelbsucht, aber auch Durchfälle,
Schleimhautblutungen, entzündliche Veränderungen der
Augen auftreten.
Zur Behandlung gibt es Medikamente.
Eine stützende symptomatische Therapie ist oft
zusätzlich erforderlich.
Eine Übertragung dieser Erkrankung
auf den Menschen ist unbekannt.
Ehrlichiose
Die Ehrlichiose ist in den
tropischen und subtropischen Gebieten südlich des 45.
Breitengrades weit verbreitet. U.
a. durch den Hundetourismus wurde der Erreger auch nach
Deutschland eingeschleppt. Die
häufigste in Deutschland festgestellte Ehrlichiose wird durch
Ehrlichia canis übertragen, die
die weißen Blutkörperchen (Monocyten) befällt. Der Überträger
ist die braune Hundezecke (Rhipicephalus
sanguineus).
8 bis 20 Tage nach Infektion
können erste Symptome auftreten. Diese können Fieberschübe,
Lymphknotenschwellungen, Nasen- und
Augenausfluss beinhalten. Häufig werden diese
ersten Symptome übersehen.
Chronische Symptome sind Lustlosigkeit, Müdigkeit,
verminderte Fresslust, Lymphknoten-
und Milzvergrößerung. Verdächtige Hinweise auf eine
Ehrlichiose geben Nasenbluten und
Einblutungen auf Schleimhäuten und Haut sowie in die
Gelenke. Schwere Verläufe können
mit schweren Blutungen, Erbrechen, Atemnot, Fieber
Veränderungen der Augenfarbe und
sogar Erblindung, Bewegungsstörungen,
Hirnhautentzündung einhergehen.
Zur Behandlung werden Antibiotika
empfohlen. Daneben gibt es symptomatische
Maßnahmen wie Bluttransfusionen,
sowie die Applikation von Vitaminen oder Kortikoiden.
14 TVT e. V. Hundeimporte
In Verbreitungsgebieten können
Menschen durch Zecken infiziert werden. Eine Übertragung
von Hund zu Mensch ist
grundsätzlich durch direkten Blutkontakt möglich, spielt aber bisher
in Deutschland keine Rolle.
Herzwurm (Dirofilariose)
Endemiegebiete sind vor allem in
Südeuropa. Die Herzwurmkrankheit wird durch
Stechmücken (Culiziden) übertragen.
Herzwürmer können bis zu 20 cm lang werden und
parasitieren meist in den
Lungenarterien und der rechten Herzkammer. Unbehandelt kann
auch diese Erkrankung tödlich
verlaufen.
Importhunde aus südlichen Ländern
stellen auch aus tiergesundheitlicher Sicht eine große
Gefahr dar. Vor ihrer Ankunft in
Deutschland sollten sie deswegen bereits im Herkunftsland
durch einen Tierarzt bzw. eine
Tierärztin untersucht werden. Zusätzlich sollten diese Hunde
nach ihrer Ankunft in Deutschland
nochmals einer Tierärztin bzw. einem Tierarzt vorgestellt
werden. Durch kostenaufwendige
Laboruntersuchungen können infizierte Hunde erkannt
werden, die Ausbreitung der
Infektion verhindert und Menschen geschützt werden.
Staupe
Da in den Herkunftsländern
Staupeimpfungen nicht flächendeckend durchgeführt werden,
muss bei Importen mit infizierten
Tieren gerechnet werden, zumal die Angaben auf den
Impfattesten vielfach angezweifelt
werden müssen. So wurden z. B. in ein hessisches
Tierheim Staupe und andere
Infektionen durch Hunde eingeschleppt, die über Ungarn aus
Rumänien eingeführt worden waren.
Trotz intensiver Therapie kam es zu zahlreichen
Todesfällen, außerdem entstanden
Behandlungskosten in Höhe von 28 000.- € .
Dermoid Sinus
Informationen dazu unter www.dzrr.de/rundum/berichte/dermoidsinus.php
Vergiftungen
Eine Vergiftung mit Düngemittel ist grundsätzlich auch beim Hund möglich.
Daten über Giftmengen liegen vor allem für Pflanzenfresser vor.
Phosphatdünger (wie z.B. Thomaskali) sind im allgemeinen
nur schwach giftig. Hohe Dosen führen zu Schleimhautrreizungen und
hypokalzmischen Symptomen. Die Tiere zeigen Abgeschlagenheit bis Koma,
Festliegen, Speicheln, Durchfall, Kolik. Vergiftungen mit Todesfällen wurden
bei Schafen und Rindern beschrieben.
In Naturphosphatdüngern ist außerdem bis zu 4% Fluor enthalten.
Chronische Vergiftung führt zu Defekten an Zähnen, Knochen und Gelenken.
Akute Fluorvergiftung führt zu Kreislaufkollaps und Tod. Die letale Dosis
beträgt beim Wiederkäuer um 0.25 g/kg Körpergewicht bei oraler
Aufnahme.
Vergiftungen mit Nitrit/Nitrat entstehen vorallem durch
die Aufnahme von intensiv gedüngten Pflanzen und sind daher vorallem bei
Pflanzenfressern ein Problem. Es kommt zu Methämoglobinbildung und
Blutdruckabfall durch Gefäßerweiterung. Betroffenen Tiere zeigen unter
anderem Unruhe, Taumeln, Krämpfe, Atemnot und blutigen Durchfall. Blut
und Schleimhäute bekommen durch das Methämoglobin eine bräunliche Färbung.
Harnstoffdünger wird gelegentlich direkt aufgenommen. Im
Körper erfolgt die Umwandlung in den giftigen Ammonik durch Bakterien.
Ammoniakgeruch ist daher in der Ausatemluft betroffener Tier festzustellen.
Darüberhinaus sind Vergiftungssymptome wie Speicheln, Taumeln, Zittern, Krämpfe,
etc. feststellbar.
Ich rate vor jeder Düngung eine Bodenanalyse durchführen zu lassen und
nur unbedingt notwendige Dünger zu verwenden. Zu gedüngten Flächen sollte
der Hund zumindest bis zum nächsten kräftigen Regen keinen Zugang haben.
Tierärztin
Mag.med.vet. Anna Entner
8111 Judendorf-Straßengel bei Graz
Giftpflanzen:
http://www.botanikus.de/Botanik3/Tiere/Hunde/hunde.html
Krallen schneiden
Der Ridgeback hat von Natur aus stark
wachsende Krallen. Klar, denn auf hartem trockenen Gelände nützen sich
die Krallen stark ab. Die Krallen sollten so kurz sein, dass sie im
Stehen den Boden nicht berühren. Zu lange Krallen führen zu einer
Deformation der Pfoten und können dann Schmerzen bereiten. Ein
gepflegter Hund hat nicht nur saubere Ohren, sondern auch kurze Krallen.
Auf hartem Boden kann sich der Ridgeback bei ausreichender Bewegung die
Krallen durchaus selber kurz halten - sonst muss man mit dem richtigen
Werkzeug einmal in der Woche nachhelfen. Ein Vollmetallklipper ist stark
genug, die mit Plastik halten nicht lange. Und ein Akkudremel.
Die Pfoten werden so aufgehoben wie bei
einem Pferd: im Stehen. Die Krallen werden somit von unten, so wie auf
den Bilder zu sehen ist, mit dem Klipper gekürzt, mindestens die Spitze
und der überstehende Rand. Mit dem Dremel kann dann die Kralle eben
geschliffen werden, ohne dass es zu einer Verletzung kommen kann.
Metallklipper und Akkudremel

Manche Ridgebacks haben richtig kräftige
"Klauen" wie Asir,

Asir: Hinterfuß vor dem Klippen und Dremeln
und selber Hinterfuß nach Klippen und Dremeln
Manche Ridgebacks haben eher weiche, leicht splitternde Krallen wie Oribi.
Oribi: Hinterfuß
vor
und nach Klippen und Dremeln
Weshalb die Nägel der Hunde geschnitten werden
müssen
Hunde sollten auf ihren Ballen laufen. Wenn die Nägel zu
lang sind laufen sie auf diesen und verlieren ihren festen Stand. Wenn die Nägel
dann immer länger werden, zwingen sie den vorderen Teil der Pfoten in die Höhe
und drücken den hinteren Fuß nach unten. Beim Traben greift der Hund mit den
Vorderbeinen weit aus. Jedes Mal aber, wenn der Hund durch zu lange Zehennägel
gestoßen wird, wird er anfangen die Füße an zuheben und sie dann nur ganz
vorsichtig absetzen. Da die Nägel sich krümmen wenn sie nicht geschnitten
werden, können sie ganz rund wachsen und sich sogar in die Pfote eingraben. Das
ist vor allen Dingen bei der Daumenkralle der Fall. Ausserdem kann eine ungeschnittene Daumenkralle
irgendwo hängen bleiben und so eine Verletzung am Bein des Hundes
verursachen.
Wie man die Nägel schneidet.
Zuerst sollte man den Hund daran gewöhnen,
dass er sich an den Pfoten anfassen lässt, indem man die Zehen spreizt und
vorsichtig an den Nägel zieht. Zeigen Sie ihm die Nagelschere. Reiben Sie die
Schere einmal an seinem Fuß und lassen Sie ihn sich an die Schere gewöhnen ehe
Sie mit dem Schneiden beginnen. Es gibt zwei
verschiedene Arten von Nagelscheren. Die Guillotine- oder die
Zangen-Typen. Wir empfehlen den Guillotine-Klipper, damit können Sie auch die
schon zulange gewachsenen und auch dickeren Nägel noch gut schneiden. Fühlen
Sie die Unterseite des Nagels an. Er fühlt sich fest an bis an sein Ende. Dann
ist da eine kleine Biegung im Nagel und am Ende befindet sich eine hohle
gebogene Spitze. Das „Leben" wächst bis zur Biegung im Nagel. Die Spitze
ist nach dem Leben und kann vorsichtig abgeschnitten werden, ohne dass es dem
Hund weh tut. Halten Sie den Fuß des Hundes
freundlich aber bestimmt, indem Sie Ihren Daumen und die Finger auf jeden
einzelnen Nagel legen um die beste Stellung zu erzielen, bevor Sie
schneiden.
Grooming:
Asir hat sich früher immer auf meine Füße gesetzt, und wenn man ihm den
Brustpelz gekrault hat, war er selig. Ich konnte dieses Verhalten nie richtig
einordnen. Manche behaupteten, er wolle mich dominieren, oder mich nicht
weglassen wollen.
Bis ich Adjiri beobachtete, wie er Pflegeverhalten seiner Oma regelrecht
einfordert, indem er sich vor sie hinsetzt und den Hals lang macht: und Oribi
fängt mit der Fellpflege ("Grooming") an.

Kastration: Pro und Kontra
|
© Birgit Lehnen
Hundeschule Beta-dog
beta-dog@gmx.de
http://www.beta-dog.de
Meistens werden bei einer Kastration des
Hundes nur die medizinischen "Nebenwirkungen" betrachtet. Ich
werde hier das Thema "Kastration" aus einer ganz anderen
Sichtweise heraus behandeln und damit hoffentlich einige Denkanstösse
geben.
a) Kastration der Hündin
Sehr viele Tierärzte in Deutschland sprechen sich für eine frühzeitige
Kastration aus. Begründungen sind:
1. es kann keinen Gebärmutterkrebs geben
2. das Risiko für Gesäugekrebs sinkt stark
3. die Hündin kann keinen unerwünschten Nachwuchs produzieren
4. die "Läufigkeit" mit ihren unangenehmen
Begleiterscheinungen (für edle Teppichböden, fremde Rüden vor der Tür
u.ä.) entfällt.
5. Häufig wird aber auch eine ausgewachsene Hündin beim Tierarzt
vorgestellt, die durch Aggression gegen Menschen oder Hunde auffällig
geworden ist. Auch dann empfehlen immer noch etliche Tierärzte die
Kastration als "Versuch", dieser Aggression Herr zu werden.
Stellungnahme zu den einzelnen Argumenten:
Zu 1. Gebärmutterkrebs: kann es keinen mehr geben - was nicht mehr da
ist, kann nicht mehr entarten. Dieses Argument stimmt.
Zu 2. Gesäugekrebs: Studien haben belegt, dass nur eine Kastration vor
der ersten Läufigkeit eine deutliche Senkung des Risikos bedingt. Eine
Kastration nach der ersten Läufigkeit (oder noch später) verringert
das Krebsrisiko minimal bis gar nicht.
Zu 3. "unerwünschter Nachwuchs": klar - Kommentar erübrigt
sich
Zu 4. "unangenehme Begleiterscheinungen": auch hier stimmt das
Argument
Zu 5. Hier zeigt die Erfahrung, dass dieses Argument nur selten richtig
ist - Erklärung unter "Gültig für Hündinnen und Rüden -
Aggression sinkt"
b) Kastration des Rüden
Im Gegensatz zur Hündin, bei der immer wieder zu einer Kastration als
Vorbeugung gegen Entzündungen oder Krebs empfohlen wird, geht es bei
den Rüden (mit Ausnahme medizinischer Indikation) meistens nur um eins:
Sie sollen verträglicher mit Artgenossen werden und auch Probleme in
der Mensch-Hund-Beziehung sollen sich durch Kastration verändern oder
im Vorfeld vermieden werden.
Gültig für Hündinnen und Rüden:
Zum Thema: "Aggression sinkt": Da hilft Kastration in
99% der Fälle gar nichts. Ausnahmen sind einzelne "Aggressionschübe"
während der Läufigkeit oder Scheinträchtigkeit der Hündin. Wenn
ausschliesslich in dieser Zeit Aggression beobachtet wird, dann wird
eine Kastration höchstwahrscheinlich Abhilfe bringen. Zeigt ein Rüde
oder eine Hündin aber während des ganzen Jahres Aggressionen gegen
Menschen und/oder Hunde, dann wird auch eine Kastration keine Änderung
hervorrufen. Denn dann handelt es sich entweder um eine Dominanz- und
Rangordnungsgeschichte und/oder Lernerfahrungen. Weder Dominanzprobleme
noch Lernerfahrungen können durch eine Kastration überlagert werden.
Wenn Hündinnen wegen Dominanzproblemen kastriert werden sollen, dann
muss man sich vor Augen halten, dass man diesen Hündinnen ihre
"sanft machenden", weiblichen Hormone wegnimmt und sich daher
das Hormonverhältnis in Richtung Männlichkeit verschiebt. Dies ist der
Grund dafür, dass ausgewachsene Hündinnen nach einer Kastration häufig
sogar dominanter werden als sie vorher waren... "den Teufel mit dem
Belzebub ausgetrieben...."
Es gibt Fälle, in denen sich Rüde oder Hündin tatsächlich nach einer
Kastration friedlicher zeigt als vorher. Manchmal beruht dies tatsächlich
auf einer Veränderung des Hormonspiegels, meine Beobachtungen und auch
die von zahlreichen meiner Kollegen zeigen allerdings, dass diese Fälle
relativ selten sind - Lernerfahrungen sind meistens stärker. Bei einer
drastischen Veränderung des Aggressionsverhaltens nach einer Kastration
spielt häufig ein ganz anderer Aspekt eine Rolle und zwar die
"Spannungsübertragung durch die Besitzer". (Deutlich zu sehen
im Hund-Mensch-Verhältnis) Wurden die Besitzer früher beim Anblick
fremder Hunde unsicher oder ängstlich und zeigten damit ihrem Hund
erst, dass da tatsächlich eine Bedrohung kommt, so wissen sie jetzt:
"mein Hund ist kastriert und wird nicht mehr kämpfen".
Alleine dieses "sicher fühlen" der Besitzer führt dann dazu,
dass der Hund den fremden Artgenossen nicht mehr als Bedrohung ansieht
und selbst friedlich bleibt.
Kriterien, die bei der ganzen Diskussion über "Kastration oder
nicht" entweder total vergessen werden oder gar nicht bekannt sind:
-
Sehr frühe Kastration führt zu einer drastischen Abnahme der
Aktivität der Grosshirnrinde infolge fehlender Hormone, u.a.
entwickelt sich die Lernfähigkeit nicht so stark wie bei einem
unkastrierten Tier. Vor der Pubertät kastrierte Tiere bleiben
ewig juvenil, d.h. ewige Kinder. Das mag zwar aus menschlicher
Sicht ganz lustig sein, aber einen souveränen Hund bekommt man
dadurch nie. Viele Menschen finden das nicht schlimm, aber andere
Hunde können häufig mit einem ausgewachsenen aber juvenilen Hund
nicht umgehen. Zahlreiche Verhaltensweisen, die einem erwachsenen
Hund angehören, fehlen hier. Dieser Hund wird von einem
unkastrierten Tier in der Regel nicht ernst genommen; im
Gegenteil, dieser Hund erscheint völlig andersartig und diese
Andersartigkeit kann zu Unsicherheit und daraus resultierender
Aggression (im menschlichen Sinn als Mobbing zu sehen) führen.
Das bedeutet, dass man durch frühzeitige Kastration häufig
Probleme hervorruft obwohl man eigentlich Probleme vermeiden
wollte. Anders sieht es z.B. in Amerika aus - hier werden fast
alle Tiere schon im Welpenalter kastriert und lernen sich auch so
kennen. Dann gilt: "gleich zu gleich gesellt sich gern"
und es gibt kaum Probleme mit Artgenossen. In Deutschland sind
kastrierte Tiere jedoch bei weitem in der Minderzahl.
-
Ein, nach der geschlechtsreife kastrierter Hund "weiss, dass
er Rüde oder Hündin ist". Hündinnen fordern besonders Rüden
und subdominanten Hündinnen gegenüber ihren Respekt ein, Rüden
verlangen ihn von jüngeren und subdominanten Tieren und bekommen
ihn von einem gut sozialisierten Tier auch bereitwillig
zugesprochen. Nun stellen Sie sich aber mal vor, dass dieser Hund
plötzlich kastriert wird. Die Lernerfahrungen sind da: "Jüngere
und subdominante Tiere, die mich als erwachsenen Hund
"riechen" bringen mir Respekt und Ehrerbietung
entgegen." Aber nach der Kastration fehlt der typische Geruch
eines ausgewachsenen Tieres. Was passiert dann? Weder Rüden noch
fremde Hündinnen können genau einschätzen, mit wem sie es zu
tun haben. Der nötige Respekt fehlt. Der kastrierte Hund "weiss"
aber (trotz Kastration) was er ist (Lernerfahrung) und fordert
seinen Respekt ein. Probleme sind vorprogrammiert und das passiert
meistens um so häufiger, je älter der Hund zum Zeitpunkt der
Kastration war, also je mehr Lernerfahrung er hatte.
-
Genau wie bei kastrierten Hündinnen verändert sich auch der
Geruch des Rüden nach einer Kastration. Dabei gibt es, zwar
selten aber dennoch immer wieder vorkommend, einen eigenartigen
Effekt: Manche Rüden und auch einige Hündinnen riechen nach
einer Kastration permanent so wie eine hochläufige Hündin. Als
Begründung sind mir zwar zahlreiche abenteuerlichen Theorien
bekannt jedoch konnte ich bisher weder von einem Tierarzt noch in
Büchern eine befriedigende, wissenschaftliche Erklärung für
dieses Phänomen bekommen. Tatsache ist aber, dass sowohl Kollegen
und Kolleginnen als auch ich selbst schon mehrere dieser Hunde
kennengelernt haben. (Zwischenbemerkung: Die grosse Liebe meines
sehr dominanten Rüden Sam war ein kastrierter Rüde in der Nähe.
Für diesen Rüden liess er jede läufige Hündin stehen und wenn
ich nicht aufpasste, dann büxte er aus und hielt dort vor der Tür
Wache, genau wie es ein Rüde bei einer heissen Hündin macht. Und
war sein Freund einmal aussen, dann wurde er von Sam regelrecht
vergewaltigt.) Bei einem so gut riechenden Tier versucht dann fast
jeder intakte Rüde aufzureiten was aber von dem kastrierten Tier
gar nicht oder zumindest nicht endlos geduldet wird. Diese ständige
Aufdringlichkeit fremder Rüden ist sehr stressig für den Hund
und führt deshalb des öfteren zu Aggressionen. Und auch fremde Hündinnen
sind ab und zu aggressiv gegen läufige Hündinnen(und als solche
"riechen" sie dieses kastrierte Tier), denn diese sind
ja Konkurrentinnen.
Abschliessende Bemerkung:
Kastration ohne medizinische Notwendigkeit ist nach dem
Tierschutzgesetz §6 verboten. Da aber jedes Gesetz seine Hintertürchen
hat, will ich darauf gar nicht weiter eingehen sondern die
Hundehalter/innen zum Denken anregen:
In vielen Fällen geht eine Kastration ohne die oben geschilderten
"Nebenwirkungen" vor sich. Aber wisst Ihr, zu welcher
Kategorie Euer Hund gehören wird? Wägt deshalb ganz genau ab, ob eine
Kastration Euch oder Euerem Hund wirklich helfen kann und ob ihr mit möglichen
Nebenwirkungen klar kommt. Denn Euer Hund und Ihr als Besitzer/in müsst
dann jahrelang mit den "Nebenwirkungen" leben. Also macht Euch
die Entscheidung nicht zu leicht.
Für Rüden gibt es die Möglichkeit, den Hund zuerst einmal
"chemisch" kastrieren zu lassen, für Hündinnen derzeit
nicht. Rüdenbesitzer/innen merken dann sehr schnell, ob Aggressionen
des Hundes weniger werden. Die Möglichkeit einer endgültigen,
operativen Kastration bleibt dann immer noch. Lasst Euch dazu von Euerem
Tierarzt beraten.
© Birgit Lehnen
Hundeschule Beta-dog
beta-dog@gmx.de
http://www.beta-dog.de
Zum Nachdenken:
Kastrierte Hündinnen haben ein:
- 8 mal höheres Risiko für Inkontinenz
- 2 mal höheres Risiko für Fettleibigkeit
- 8 mal höheres Risiko für Herztumore
- höheres Risiko an Harnleitertumoren zu erkranken
- höheres Risiko an Schilddrüsen-Krebs zu erkranken
- höheres Risiko an akuter Pankreatitis zu erkranken
- höheres Risiko an chronischer Hornhautentzündung zu erkranken
- höheres Risiko an Muskelschwund und Bindegewebsschwäche zu
erkranken
- höheres Risiko an Blutgefäß-Tumoren zu erkranken
- höheres Risiko an einer Unterfunktion der Schilddrüse zu
erkranken
- hinzu kommt das OP-Risiko.
Intakte Hündinnen sind:
- 6 mal häufiger von "perianal fistula" betroffen
und haben ein:
- höheres Risiko an vaginalen Tumoren zu erkranken
- höheres Risiko an Brustkrebs zu erkranken
- höheres Risiko an Gebärmuttervereiterung zu erkranken
Kastrierte Rüden haben ein:
- 2 mal höheres Risiko für Fettleibigkeit
- leicht höheres Risiko an Prostatakrebs zu erkranken
- höheres Risiko an Harnleitertumoren zu erkranken
- höheres Risiko an Diabetes zu erkranken
- höheres Risiko an einer Unterfunktion der Schilddrüse zu
erkranken
- höheres Risiko an Knochenkrebs zu erkranken
- hinzu kommt das OP-Risiko
Intakte Rüden haben ein:
- höheres Risiko an Leukämie zu erkranken
- höheres Risiko an Hodenkrebs zu erkranken
- höheres Risiko an "perianal fistula" zu erkranken
- wenn sie von Lymphknotenschwellungen oder- tumoren betroffen sind,
haben sie kürzere beschwerdefreie Zeiträume
|
Begrüßungschaos
Sie kommen nach Hause und der Hund dreht durch? Oder ein
Familienmitglied kommt von einer Dienstreise nach Hause und es gibt nur
noch Chaos, der Hund springt hoch, japst, hechelt, wirbelt herum und
alles gerät durcheinander?
Bringen Sie Ihrem Hund das mit, was er erwartet, wenn ein
Rudelmitglied so lange auf Beutezug war: Futter! Ich musste für eine
Woche zu einem Kongress und anschließend zu einer Tagung fahren. Ich
brachte jedem Hund ein Stück hartes Brot und ein hart gekochtes Ei vom
Frühstücksbuffet mit. Jeder verzog sich mit seinem Beuteanteil und
fraß es in Ruhe auf, ich konnte meinen Mann vernünftig begrüßen,
alles blieb ruhig und geordnet und anschließend verteilte ich meine
Streicheleinheiten auf jeden Hund. Keine Hektik und Aufregung im Rudel.
Zähne putzen
Mit der Domestikation des Hundes haben wir die volle Verantwortung
für ihn übernommen. Dazu gehört auch die Gesundheitskontrolle, und
dazu die Kontrolle der Zähne. Treten am Zahnfleisch rote Ränder auf, so hat sich
bereits eine Zahnfleischentzündung entwickelt. Diese Gingivitis kann
sich zu einer Parodontitis weiter entwickeln und dieses bedeutet eine
irreversible Schädigung des Zahnfleisches. Parodontalerkrankungen sorgen als
Herderkrankung für eine dauernde Beeinträchtigung des Immunsystems und können
Herz, Leber und Nieren schädigen. Prophylaktisch sollten
jedem Hund die Zähne mit speziellen Zahnpasten für Hunde, niemals
solchen für Menschen ( zu viel Schaum ) mindestens wöchentlich geputzt
werden. Das " Hundezahnbuch" von Dr. med. vet. Markus Eickhoff
aus dem Parey Verlag gibt weitere Hinweise.
Gerne gibt man dem Hund harte Knochen zur Gebisspflege. Das kann aber
manchmal auch schief gehen und es kommt zu Absplitterungen des
Zahnschmelzes, besonders am ersten großen Zahn des Oberkiefers ( P4)
und seinem Gegenstück im Unterkiefer ( M1).

alter Hund ( große
Rasse)
junger Hund (kleine Rasse)


alter
Hund
junger Hund
Wir geben daher nur noch getrocknete Rinder- oder Hirschohren oder
Zahnpflegesticks.


Hundefotographie
Hunde zu fotografieren ist nicht so leicht. Natürlich passieren die
gleichen Fehler wie bei Porträts von Menschen auch: der Ausschnitt ist
falsch, die Belichtung stimmt nicht, es ist unscharf...
Aber manchmal ist der Hund so "verunstaltet", dass man ihn
als Vertreter seiner Rasse nicht erkennen kann: 
Fehler sind hier: eine gewisse Unschärfe, untypische Ohrenhaltung (
schaut eher aus wie ein Bloodhound mit zu kurzem Behang) und man sieht
auch noch einen Teil der Halsung.
Oder das typische "von oben herab" - Foto:
Hier
wurden auch noch die Füße abgeschnitten.
Bei einem guten Hundefoto sieht man sofort die rassespezifischen
Vorzüge. Also bei einem Kopffoto den parallelen Verlauf von Fang und
Stirn-Linie:
Allerdings ist hier der Hintergrund zu unruhig.
Und bei einem Standfoto soll der Hund so aufgenommen werden, dass
Fotograf und Hund praktisch auf einer Ebene sind, alle Läufe parallel
stehen und auch die Pfoten zu sehen sind und nicht im Gras untergehen:
Hier
stimmen zwar Stand- (eher "Hock"-) Punkt des Fotografen und
der Untergrund, aber der Hund steht "auseinandergezogen" da,
die Läufe sind nicht parallel.
Am schönsten sind aber die "Äktschn" Bilder:
Oder einfach die
"gemütlichen"
oder witzigen...

Diese drei Bilder zeigen Amani, Fotos Ralf Reeck.
Hilfe zu diesem Thema finden Sie bei:
www.bdphotography.de
Rund um die Gesundheit
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"Gemeinsamer Aufruf der Rhodesian Ridgeback Zeitung
und der Universität Zürich/Bern (VetSuisse Bern)
Am Institut für Genetik der VetSuisse Bern werden die
molekulargenetischen Ursachen von Erbkrankheiten und anderen erblichen Merkmalen
bei Haus- und Nutztieren erforscht. Weiterhin beteiligt sich die Universität an
den internationalen Anstrengungen zur Analyse der Genome beim Hund.
Das Institut für Genetik ist mit der Bitte an uns
herangetreten, Blutproben von Rhodesian Ridgeback –egal welchen Alters und
Vereinszugehörigkeit- zu Forschungszwecken zur Verfügung zu stellen.
Der Grund dieses Aufrufes ist, dass in Amerika bei der Rasse
Rhodesian Ridgeback die Krankheit „Degenerative Myelopathie" scheinbar
gehäuft auftritt und dass auch beim Rhodesian Ridgeback einige Fälle von
Epilepsie aufgetreten sind.
Als Degenerative Myelopathien bei Hunden fasst man
eine Reihe langsam verlaufender neurologischer Erkrankungen zusammen, die mit
einer Zerstörung des Rückenmarks einhergehen. Diese Erkrankungen gehen mit
langsam fortschreitenden Bewegungsstörungen der Hinterhand einher und sind
nicht schmerzhaft. Eine Behandlung ist wenig erfolgversprechend.
Gesucht werden Hunde, bei denen wie z.B.:
die ersten Symptome einer Degenerativen Myelopathie aufgetreten sind,
Vorfahren
aus amerikanischen Blutlinien im Pedigree aufgeführt werden, ein ausgeprägtes
Hinterhandzittern, Hinterhandsprobleme wie Straucheln, Zehenschleifen etc.
vorhanden ist.
Die Primäre Epilepsie ist genetisch bedingt und kann
vererbt werden, wobei der Erbgang von Rasse zu Rasse verschieden ist. Die
genauen Hintergründe sind immer noch nicht vollständig erforscht, vermutet
wird ein genetischer Defekt im Bereich der Nervenzellen.
Die VetSuisse Bern ermöglicht erstmals –für Europa-
neben den oben erwähnten Forschungen weitere Forschungsprojekte für die Rasse
Rhodesian Ridgeback wie z.B. Megaösophagus, Schilddrüse, Taubheit, Hämophilie
usw. Die Forschung ist weltweit rasant vorangeschritten und Sie als Besitzer
oder Züchter können diese Forschungen unterstützen. Auch werden wir uns
Bemühen die Forschung zum Thema Neaspora Caninum weiterzuführen, nachdem diese
eingestellt worden ist.
Für die Forschungsprojekte werden lediglich 5 ml EDTA Blut
benötigt. Die Einlagerung der Blutprobe ist für Sie kostenlos. Sie
müssen nur bei Ihrem Tierarzt die Kosten einer Blutentnahme sowie die Portogebühren
für den Versand des Blutes bezahlen. Die Entnahme des Blutes kann nur an
den Wochentagen Montag bis Mittwoch erfolgen, da bis spätestens am Freitag das
Blut beim Institut für Genetik der VetSuisse Bern vorliegen muss.
Sie müssen nicht sofort eine Blutentnahme bei Ihrem
Rhodesian Ridgeback vornehmen lassen, sondern Sie können dies mit einem
nächsten Tierarzttermin (Impfung usw.) verbinden.
Den erforderlichen Blutentnahmebogen und Anlage erhalten sie
auf Anforderung unter folgender Kontaktadresse:
ww.rrzeitung.de
Über weitere Forschungsprojekte-/aufrufe werden wir Sie in
der Rhodesian Ridgeback Zeitung informieren.
Rhodesian Ridgeback Zeitung Dep. für klinische Veterinärmedizin / Institut
für Genetik
Redaktion Vetsuisse-Fakultät Universität Bern"
(dies ist ein Artikel der RR-Zeitung)
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Somit stellt sich die Frage, ob der Futterzusatz von Neuseeländischer
Grünlippmuschel (Perna canaliculus) dem Hund einen Vorteil bringt.
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>>> "Erythema gyratum repens
Es handelt sich um eine seltene obligate Paraneoplasie bei bösartigen Tumoren
der Mamma, des weiblichen Genitals, Pharynx, Lunge, Magen und ZNS. Sich rasch
verändernde anuläre oder girlandenartige, leicht infiltrierte
Erythemstreifen finden sich am Rumpf und an den proximalen Extremitäten. Die
Figuren erinnern etwas an die Jahresringe von Holz, sie ändern ihre Formen
von einem Tag auf den anderen. Leicht schuppende sowie urtikarielle Läsionen
sind häufig. Das histologische Bild ist dem des Erythema anulare centrifugum
analog" <<<
Sollten Sie an Ihrem Hund ähnliche Hauterscheinungen sehen, dann erinnern
Sie Ihre Tierärzte daran, dass ein Tumor dahinter stecken könnte.
Meist wird auf einen Pilz getippt oder eine Schilddrüsenerkrankung.

Diese Erscheinungen traten bei Asir ziemlich genau ein Jahr vor seinem Tod auf.
Die Flecken am Bauch fingen klein an, wurden dann größer und "wuchsen"
nach einer Seite, zuerst rundlich, dann fächerförmig. In Wuchsrichtung fühlt
und sieht man einen schwarzschuppigen Rand. Die Haare dünnen aus, wachsen aber
dann wieder nach. Später kam unproduktiver Husten dazu. Ansonsten war er für einen 11 1/2
Jahre alten Hund mit einem milden cauda equina Syndrom durchaus fit, hörte und
sah noch gut und seine Reaktionen waren wenn es um das Fangen von Leckerlis ging
hervorragend. Auffallend war nur, dass er bei der selben Futtermenge wie seine Mädels
nicht zunahm und seine Körperform eckiger wurde.
Nach einer letzten Gassirunde und einem Gang durch den Garten, ich war nur ganz
kurz im Haus, brach er im Garten unter Schmerzen zusammen, die Hinterhand war
gelähmt.
Ein Röngtenbild des Brustkorbes machte mir dann die schwere Entscheidung leichter: Lungentumor
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Nicht nur beim Jogger strömen Endorphine, auch beim Hund. Ein
Hund, der jagt, darf sich nicht durch Schmerzen vom Beutefang für das Rudel
abhalten lassen. Ein Hund, der sehr schnell läuft ( was unsere Ridgebacks ja
gerne tun) und was für die Jagd auch notwendig ist, erreicht sehr schnell einen
hohen Endorphin- und Adrenalinspiegel - und damit auch einen höheren
Aggressionspegel.
Raufereien unter Hunden kann auch dadurch begegnet werden, dass
man sie bei ihren Renn-Jagd-Spielen langsamer macht. Das kann man mit
beruhigenden Hörzeichen trainieren.

Mehrhundehaltung
oder eine Kuh
macht Muh - viele Kühe machen Mühe.
Wer einen Hund hat, meint manchmal, dass ein Zweithund doch auch nicht mehr
Arbeit mache. Und man könne sie doch auch dann länger alleine lassen. Der
jüngere würde vom ältern lernen. Und so weiter. Das mag alles manchmal
stimmen - aber manchmal auch nicht.
Als ich mit Claus zusammen zog, ergab sich automatisch eine 2-Hund-Haltung.
Das war auch nicht weiter tragisch, da ich meinen Hund damals mit in die Arbeit
nehmen konnte und Claus seinen Hund zu Hause und das Büro ja im Haus hat. Also
jeder hatte seinen Hund. Dann wollten wir gemeinsam einen Hund. Es sollte, da
Asir Zuchtzulassung hatte und die Gegebenheiten auch sonst passten, eine evt.
zukünftige Zuchthündin werden ( siehe auch "Die Oribigeschichte" ).
Da begann dann das "Problem": wer kümmert sich um Erziehung,
Ausbildung, Training. Diese Aufgaben blieben - an mir hängen. Und so war es
dann bei Aziza auch. Kein Problem, wenn man einen Hund wie Asir hat, der selbst
wenn er einen anderen Rüden schüttelt bei "aus" auch aus lässt und
bei "hier" sofort herkommt. Und wenn der Mutterhund wegen seines
Jagdtriebes an der Flexileine läuft. Und der Tochterhund sich ebenfalls sofort
abrufen lässt. Und wenn sich drei Hunde auf Hörzeichen vor einen niedersitzen,
einen anschauen und für diesen langen Blickkontakt und das Ignorieren eines
sich hinter ihnen aufführenden Hundes auf das Leckerli warten...
Schon mit der Anschaffung eines zweiten Hundes haben Sie kein gemischtes
Mensch-Hund-Rudel, sondern ein komplettes Rudel vor sich. Asir, der sonst so
Gehorsame, verteidigte seine Hündin schon vor deren ersten Läufigkeit gegen
andere Hündinnen. Und zwar mit einem Ausfall und einem gebrüllten "Hau
ab!" Als dann die Tochter dazu kam, verteidigte auch die Mutter ihr
"Kind". Andere Ein-Hundbesitzer meinten oft, ihr Hund könne doch mit
unseren spielen. Aber das wollte ich lieber nie ausprobieren. Manchmal hört man
dann: "Ach, sind Ihre Hunde nicht sozialisiert? Sie sollten mal in eine
Hundeschule gehen!" Ich erspare mir jetzt die Diskussion, wo es wirklich
gute Hundeschulen gibt. Denn in einer wirklich guten Hundeschule lernt man auch,
dass Hunde nur in ihrem eigenen Rudel sozialisiert sind und: fremde Rudel
"spielen" nicht miteinander!!
Ob mit einem, zwei oder drei Hunden: Rücksichtnahme gegenüber anderen
Menschen, Hunden und anderen Tieren ist nicht schädlich, schadet nicht dem Ruf
und verhindert unnötige Tierarztrechnungen. Hunde die sich kennen und unterwegs
treffen, können spielen, gar keine Frage. Besonders für den jungen (Einzel-)
Hund ist das wichtig. Ich bin immer Bögen gelaufen. Auch als ich mit Asir
noch allein unterwegs war. Wenn er mit dem anderen Hund Kontakt aufnehmen
wollte, dann konnte er es. Ich habe aber immer mit meiner Körpersprache
signalisiert: mich interessiert das nicht. Und so kam es nie zu einer Rauferei.
Und auch mit drei Hunden hatte ich nur dann Schwierigkeiten ( dann die des
Festhaltens von Oribi...) wenn mir ein unangeleinter, frecher, ungezogener Hund
entgegen kam, der die Signale meiner Hunde nicht erkennen konnte, weil er es nie
lernen durfte. Und wenn ein
angeleinter Hund entgegen kam, ließ ich meine, ebenfalls angeleint, wie oben
geschildert vor mir absitzen und der andere konnte seinen Hund vorbei führen.
Nicht nett war es dann einmal, als jemand seine zwei Zwergpudel hinten an meine
Hunde schnuppern ließ - aber meine waren brav.

Jeder Hund hat das Recht, die ihm zustehende Zeit für Gassi, Ausbildung und
Training zu bekommen, und das sollte man bei der Anschaffung eines jeden
weiteren Hundes berücksichtigen. Und natürlich auch die finanzielle Seite.
Aber am schönsten bei der Mehrhundehaltung ist das Kuscheln mit allen auf
der Couch.

Interessante Bücher
"Was mein Hund nicht fressen darf" Brigitte Rauth -Widmann,
Cadmos-Verlag: das sollte jeder mal gelesen haben.
Ihr Hobby "Rhodesian Ridgeback", Jochen H. Eberhardt : auf
der Seite 68 steht Asir, gegenüber sein Ururururgroßvater Ch. Mirengo Mandambo,
auf S.130 läuft Asir ´s Sohn Umbani Cabango in der Mitte, Seite 85 oben
Oribi´s Großmutter Ch. Mavunguela´s Nanganura
"Rhodesian Ridgeback heute", Stig Carlson, Kynos Verlag: auf
Seite 97 Ch. Mirengo Mandambo, auf Seite 26 und 124 Ch. Mavunguelas
Nanganura
"Rhodesian Ridgeback, Charakter, Erziehung, Gesundheit",
Peter Obschernikat, Cadmos-Verlag: mit Hinweisen zur Mehrhundehaltung
"The Complete Rhodesian Ridgeback", Nicholson and Parker,
Ring Press Books: Seite 44 unten Ch. Mirengo Mandambo, Seite 21,24, 25, 37 und
38 weitere Vorfahren von Asir.
"Rhodesian Ridgeback" von Ann Woodrow, Seite 63 Ch. Mirengo
Mandambo und weiter Vorfahren unserer Hunde
Mit den beiden letzt genannten Büchern begann ich die Stammbaumrecherche zu
Asir - lange bevor "Internet" bei mir installiert war. Und zusammen
mit der Hilfe von Rosi Fischer (" of the red lion hunter") konnte ich
den Stammbaum bis zur 25. Generation im Jahre 1924 (Rüde Ginger und
Hündin Girlie) zurückführen. Heute geht das mit http://www.rhodesian-ridgeback-pedigree.org/
viel schneller.
Ein bisschen Genetik
Vererbungsregel für livernosed:
BB dominant schwarzerbig ohne livernosed-Gene
Bb schwarznasig jedoch livernosed-Gen Träger
bb livernosed, frei von schwarzen Genen
Beispiel:
Verpaarung 1
Elterntiere: BB und BB
beide Elterntiere sind dominant schwarzerbig, frei von livernosed-Genen
Nachkommen: BB
alle Welpen werden dominant schwarzerbig sein, frei von livernosed-Genen
Verpaarung 2
Elterntiere: BB und Bb
ein Hund ist dominant schwarzerbig (BB), der andere Hund ist rezessiv livernosed-Gen
Träger (Bb)
Nachkommen: BB, Bb
alle Welpen werden einen schwarzen Nasenspiegel haben, jedoch sind davon
ca. 50% dominant schwarzerbig (BB)
ca. 50% schwarznasig als livernosed-Gen Träger (Bb)
Verpaarung 3
Elterntiere: Bb und Bb
beide Elterntiere sind rezessive ivernosed-Gen Träger mit schwarzem
Nasenspiegel (Bb)
Nachkommen: BB, Bb, bb
livernosed-Nachkommen!
ca. 25% werden dominant schwarzerbig sein (BB)
ca. 50% werden zwar einen schwarzen Nasenspiegel haben aber rezessiv livernosed-Gen
Träger sein (Bb)
ca. 25% werden LIVERNOSED sein (bb)
Verpaarung 4
Elterntiere: BB und bb
ein Hund ist dominant schwarzerbig mit schwarzem Nasenspiegel (BB), der andere
Hund ist ein Livernose (bb)
Nachkommen: Bb
alle (100%) Nachkommen werden einen schwarzen Nasenspiegel haben und aller
werden rezessiv das livernosed-Gen tragen (Bb)
Verpaarung 5
Elterntiere: Bb und bb
ein Elterntier hat einen schwarzen Nasenspiegel, ist jedoch rezessiv livernosed-Gen
Träger (Bb), das andere ist livernosed (bb)
Nachkommen: Bb, bb
livernosed-Puppies!
Verpaarung 6
Elterntiere: bb und bb
beide Elterntiere sind livernosed
Nachkommen:
LIVERNOSED -Nachkommen
100% livernosed- da beide Elterntiere frei von schwarzen Genen sind (bb)
Vererbungsregeln für den Ridge
RR = reinerbig Ridgeträger RR
Rr = Ridgeträger mit rezessivem Ridge-Gen
rr = ridgelos
Verpaarung 1
Elterntiere: RR und RR
beide Elterntiere sind reinerbig Ridgeträger
Nachkommen: RR und RR
auch die Nachkommen sind reinerbige Ridgeträger
Verpaarung 2
Elterntiere: RR und Rr
ein Hund ist reinerbiger Ridgeträger, der andere rezessiver Ridgeträger
Nachkommen: RR und Rr
alle Welpen sind Ridgeträger, teilweise als reinerbige, teilweise als rezessive
Ridgeträger
Verpaarung 3
Elterntiere: Rr und Rr
beide Hunde sind rezessive Ridgeträger
Nachkommen: RR, Rr und auch rr
unter den Welpen werden reinerbige und rezessive Ridgeträger sein, ein Teil der
Welpen wird ridgelos sein
Aus Bequemlichkeit ein Halsband oder doch
ein Führgeschirr?
Es gibt zwei Gründe, die für ein Halsband sprechen:
1. Angst, der Leinenimpuls könne nicht richtig wirken.
2. Angst davor, die Kontrolle über den Kopf des Hundes
zu verlieren.
…über Beides sollte man genau nachdenken!!!
Zitat: Dr. Ute Blaschke-Berthold
Bemlichkeit
Trainer sollen Vorbilder sein – nicht nur bei
banalen Dingen wie dem Aufnehmen des Kotes – und sich deshalb gut überlegen,
wo und wie sie ein Training gestalten! Als
Schüler sollte ich mir überlegen, was einem Trainer am Herzen liegt, ist es,
dass er einen Kurs verkauft, oder geht er auch auf die Gesundheit (psychisch und
physisch) meines Tieres ein?!?on
Führgeschirr?
Mit diesen Hinweisen möchte der Autor, Siw
Heiniger, CH 8636 Wald, auf mögliche gesundheitliche Schäden hinweisen, die
durch ein Halsband oder ein schlecht sitzendes Brustgeschirr entstehen können.
Ein gut sitzendes Brustgeschirr drückt weder auf
den Kehlkopf noch beeinträchtigt es den Hund in seiner Bewegungsfreiheit. Da
wir in mitteleuropäischen Ballungsgebieten wohnen ist es unvermeidlich, dass
unseren Hunden immer wieder etwas Interessantes begegnet, wie z.B. Jogger,
Autos, Radfahrer, Menschen oder andere Tiere. Dadurch kann es passieren, dass
der Hund in die Leine springt. Auf vielen
Hundesportplätzen und in vielen Hundeschulen wird der Leinenimpuls (Leinenruck)
praktiziert. Ob ein Ruck / Zug vom Hundeführer oder vom Hund selbst ausgelöst
wird, hat auf die gesundheitlichen Folgen keinen Einfluss! Was für Schäden
können entstehen?
· Schäden an der Wirbelsäule
· Schäden am Kehlkopf
· Schäden an der Luftröhre
· Schäden an der Lunge
· Zu hoher Blutdruck
· Erhöhter Augeninnendruck
· Aggressionsbereitschaft kann erhöht werden
· Veränderte Körpersprache
Schäden an der Wirbelsäule:
· Schleudertrauma
· Bandscheibenvorfall, beides vor allem bei
dünnen Halsbändern!
· Chronisch deformierte Spondylarthrophien d.h.
arthrotische Umformung der seitlichen
Wirbelgelenke
· Knorpeldefekte -> häufigste Ursache
von Spondylose!
Schäden am Kehlkopf:
· Chronische Kehlkopfentzündung
· Kehlkopfblutungen
· Nervenschädigungen vor allem bei größeren
Rassen
· Knorpel können brechen
Schäden an der Luftröhre:
Durch den Zug entstehen innere Narben, welche
oft Verengungen mit sich führen. Ebenso chronische Entzündungen sind die
Folge.
Schäden an der Lunge:
Lungenödem = Wasser in der Lunge – vor allem
bei Welpen besteht diese Gefahr!
Durch den Versuch einzuatmen, aber vom Halsband
abgeschnürt, kommt es zum Unterdruck in den
Alveolen = Lungenbläschen. Dadurch wird die Membran
der Alveolen durchlässig und Wasser kann eindringen -> Lungenödem
Erhöhter Blutdruck:
Durch das Abschnüren der Blutzirkulation zum
Gehirn meldet dieses „mehr Blutzufuhr“
da es unterversorgt ist. Deshalb erhöht der Körper den Blutdruck um die
Blutversorgung des Gehirns gewährleisten zu können. Ein erhöhter Blutdruck
ist die häufigste Ursache von Schlaganfall – nicht nur beim Menschen!
Erhöhter Augeninnendruck:
Durch den Zug am Halsband erhöht sich der
Augeninnendruck. Folgen davon sind:
· Kopfschmerzen
· Nebelsehen
· Trigeminusschmerz ( Nerv von der Schläfe zum
Ober- und Unterkiefer)
· Übelkeit bis hin zum Erbrechen
· Sehvermögen wird auf Dauer reduziert!!!
Aggressionsbereitschaft kann erhöht werden:
Hierzu muss man wissen, wie ein Hund lernt. Da
er nicht sein Verhalten, sondern das Geschehen einer Situation zuordnet, lernt
ein Hund sehr schnell, an der Leine aggressiv zu reagieren.
Ein Hund nähert sich z.B. einem anderen Hund,
wird weggerissen, da der Hundeführer nicht möchte, dass er zu ihm hingeht. Der
Hund meint, dass der andere Hund ihm den Schmerz am Hals zugeführt hat und wird
bei einer nächsten Begegnung mit ihm versuchen ihn weg zu bellen, da es sonst
wieder schmerzt. Der Hundeführer ist
oftmals dem Irrglauben erlegen sein Hund sei aggressiv. Dieser möchte aber nur
dem Schmerz ausweichen. Hunde die von
Welpenalter an ein gutes Brustgeschirr tragen, sind im Alter weniger mit
Leinenaggressivität auffällig als Halsband tragende Hunde.
Veränderte Körpersprache:
Die Körpersprache wird durch das ruckartige
Anheben des Halses und Vorderkörpers verstellt.
Dadurch wirkt der Hund angriffsbereit.
Literaturnachweis:
Grundriss der speziellen pathologischen Anatomie
der Haustiere, Enke-Verlag.
Rückenprobleme beim Hund von Anders Hallgren,
Verlag Animal-Learn.
Augeninnendruck: Pauli, AM. Bentley, E. Diehl,
KAand. Miller, PE - Effects of the application of
neckpressure by a collar or harress on
introacular in dogs, J AMAnuimHospAssoc 42:3, 207-11
(2006)
Der "Übergangswirbel" - eine
neue Erkrankung?
Der RRCÖ läßt nur noch Hunde zur Zucht zu,
die auf den "Übergangswirbel" hin geröntgt sind. Nähere
Informationen finden Sie hier:
http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2006/2896/pdf/JulierFranzChristian-2006-05-18.pdf.pdf
und hier:
http://www.tierspital.uzh.ch/Abteilungen/Kleintiere/BildgDiagnostik/Fachgebiete/Dysplasiekommission2/Literatur/ISO.pdf