Ausbildung
 

Glaube nichts, egal wo Du es gelesen hast, oder wer es gesagt hat - nicht einmal wenn ich es gesagt habe, es sei denn, es stimmt mit Deiner eigenen Vernunft und Deinem gesunden Menschenverstand überein

Gautama Siddharta Buddha

 

Hundearbeit soll geprägt sein von Freude, Zuneigung, Vertrauen, Zeit, klarer Kommunikation, Geduld, Einfühlungsvermögen, Konsequenz, Zielen, gutem Timing und klar definierten Grenzen.


       

Askari begleitete meinen Mann bei seiner Arbeit als Forstbeamter im Werdenfelser-Land. Da konnte es schon mal sein, dass er kurz im Wald verschwand und eine Abwurfstange eines Hirsches brachte. Er war auch dafür bekannt, Akkuschrauber zu apportieren und diese auch weiter zu tragen, wenn er mit den Zähnen den Anschalter betätigt hatte. Und er half Claus bei der Nachsuche
 

           

Asir konnte Begleithunde-, Ausdauer- und Agilityprüfungen nachweisen, er wurde in der Flächen- und Trümmersuche ausgebildet und als Fährten- und Schweißhund geführt .

       

 

Sein absolutes Vertrauen in Menschen bewies er auch beim Besuch eines Spastikerzentrums

Wie auf vielen unserer Bilder zu sehen ist, laufen unsere Hündinnen meist im Geschirr. Warum? Wird ein 30 kg schwerer Hund in einer zehntel Sekunde um 10 cm durch Leinenruck versetzt ( 1m/s = 3,6km/h), entspricht dies dem Fall von 0,5 kg Gewicht aus drei Metern Höhe. Da beide Hündinnen einen manchmal ausgeprägten Jagdtrieb haben, bin ich das Geschirr ihrer Gesundheit schuldig. Freilauf haben sie da, wo kein Wild ist und das Gelände übersichtlich ist. Asir war ein Hund, der  nie an der Leine gezogen hat und der auf Hörzeichen nach 10 m umdrehte. 

 

Mit Oribi am Abgrund: Weiße Wand / Heuberg / Farchant

 

                          


Oribi machte schon als Welpe die ersten Erfahrungen mit Wild und ist heute absolut fährtentreu. Über ihren Vater,
Inter. Champ. Lionhunt Dayimane Umvuma, schreibt der Besitzer Ullrich Schnitzer:

"Noch nie besaß ich einen souveräneren Rüden. Er hat alles, was man von einem Traumhund erwartet: gute jagdliche Eigenschaften, eine hervorragende Nase, sehr gute Wildschärfe, unproblematisch in jeder Situation des Alltags, ungemein große Menschenfreundlichkeit, hervorragend im Umgang mit Kindern und kleinen Tieren, absolut verträglich mit anderen Rüden. Er ist durch und durch eine Persönlichkeit!!!"

Ich arbeite mit Oribi, wie auch mit Aziza und Adjiri, auf der kalten Fährte mit Hilfe eines Fährtenschuhs. Auch sie begleitet uns im Gelände. Sie hat eine Begleithunde- und Agilityausbildung.

Aziza hat mit mir die Ausbildung zur "Brauchbarkeitsprüfung für Schalenwildreviere" beendet . Und als am 21. Mai 2006 der Bär JJ1, genannt Bruno, bei uns auf den Reschbergwiesen drei Schafe riss, waren es Aziza und Oribi, die zum Auffinden der Haare und Fährten beitrugen.

             

                                    Fährte von Braunbär Bruno                                                Am Riß

Adjiri erhält eine Grundausbildung im Gehorsam, etwas Apportieren, und lernt im Moment das ABC des Fährtens . Die Ausbildung mit Schweiß werde ich für ihn erst nächstes Jahr planen.
 


Nach langen Jahren hatte ich mir einen Wunschtraum erfüllt und mir einen Trainingswagen zugelegt. Leider ließ (H)oribile den armen Asir die ganze Arbeit machen, sodass ich immer  mit anschieben musste und hinterher erschöpfter als die Hunde war. Inzwischen haben wir den Wagen durch ein Dreirad ersetzt. Nach dem Winter-Training mit dem Schlitten ( siehe auch in der Bildergalerie) wird nun auch Adjiri zusammen mit Aziza und Oribi  ins Gespann genommen.

  Aber meistens sind wir gar nicht so sportlich und verschlafen schlechtes oder kaltes Wetter lieber mit Herrli auf der Couch.

 

 

 

Rhodesian Ridgebacks und die Jagd

Ridgebacks sind Jagdhunde und als solche brauchen sie auch eine passende Führung und Ausbildung. Das muss nicht als Jagdhund sein - unsere sind hauptsächlich "nur" Familienhunde - aber eine fundierte Ausbildung zum Begleithund und Fährtentraining lasten Hund und Mensch aus und führen zu einer Teambildung, die auch im Alltag immer wieder Freude bereitet.

                     

Für die Nachsuche auch auf wehrhaftes Wild ist der Rhodesian Ridgeback gut geeignet, aber er ist nicht fährtenlaut. 

Für das Apportieren eignet er sich nur bedingt: Aziza sucht, findet und apportiert ihr prey-dummy mit Begeisterung, Asir konnte das auch, aber Oribi weigert sich standhaft....Adjiri ist ein passabler Verlorenbringer

      Aziza      

Einweisen zum Apport: Aziza

 

Und mit der Wasserfreude hapert es je nach Veranlagung auch meist.

  Bakiri Hunter of Didingwe im November 2007

Aber bei guter "Führung" gewinnen auch die Jüngsten schon Pokale. Hier Bakiri  mit seinem ersten Pokal bei einer Unterordnungsprüfung.

 

Asir auf dem Unimog

Aus unseren Würfen werden jagdlich geführt: Aziza Huntress of Didingwe und ihre Mutter Namilanga´s Oribi, Bakiri Hunter of Didingwe und Barazahi Hunter of Didingwe. Ashura Shani Huntress of Didingwe arbeitet als mantrailer - siehe den unten stehende Bericht.

 

Nasenarbeit mit dem Ridgeback

Hier wird Adjiri zu seiner ersten Schleppe geführt, abgesichert mit der Leine: 

Ansetzten am "Abgang"

Ruhige Aufnahme der Wittrung

Ruhiges Suchen

 

Er hat den geschleppten Kleinsäuger gefunden..

und apportiert ihn zurück zum Abgang

 

Als Abkömmling von mit der Nase suchenden Jagdhunden ( u. a. Pointern) und Sichthetzern ( Greyhounds) ist der Rhodesian Ridgeback ein Hund, der sehr gut und gerne sucht. Da er aber sein Windhunderbe nicht verleugnen kann, wird er in seiner Art der Suche immer anders sein als unsere (Dienst-) Gebrauchshunde wie z.B. der Deutsche Schäferhund.

RRs bleiben bei der Suche gerne mal stehen und schauen, ob sie nicht vielleicht das Wild – die Beute – ganz allgemein das Ende der Suche - schon erkennen können. Als Energiesparhund, der der RR ja ist, die beste Methode, schnell ans Ende der Fährte zu kommen.!

Nasenarbeit ganz allgemein lastet jeden Hund hervorragend aus: körperlich und geistig! Egal ob es eine Fährte (setzt geeignetes Gelände und entsprechende Vorbereitung und Zeit voraus) oder eine Verlorensuche (Gegenstand – kaltes Wild) oder Personensuche ist: der Hund arbeitet mit uns zusammen, er führt uns zum Objekt oder bringt es uns ( falls möglich und im Bringen ausgebildet) oder zeigt es uns an ( durch Freiverweisen = zurückkommen und den Hundeführer hinführen, verbellen, oder Apportieren eines Bringsels = Bringselverweisen). Diese Arbeit macht Hund und Besitzer zu einem Team, bei dem sich der eine auf den anderen verlassen muss.

Wir unterscheiden zwischen dem Fährten mit tiefer Nase auf einer dem Hund gezeigten Fährte oder Spur, und dem Stöbern mit halbhoher Nase, wo es keinen „Anfang“, keinen Abgang gibt.

Führer- und Fremdfährten, Schleppen ( ein kaltes Wild ( Hase, Fuchs) wird gezogen und dann liegen gelassen, der Hund muss apportieren), und Schweißfährten werden mit tiefer Nase gesucht. Gestöbert wird nach Flugwild und Hasen und beim sog. Mantrailing (Infos dazu unter www.didingwe.de unter „Ausbildung“). Die Verlorensuche, wie ich sie zur Auslastung der Hunde ausübe, ist eigentlich ein rückwärtsfährten, wo die Fährte auf einer zeitlichen Achse gedacht nicht jünger, sondern älter wird.

 

Grundlagen:

Dass der Hund einen wesentlich besseren Geruchssinn als der Mensch hat, ist bekannt. Die Anzahl seiner Geruchszellen auf der Nasenschleimhaut und deren Oberfläche ist unter den Säugetieren mit am größten. Der Mensch hat ein Riechepithel in der Größe von 5 cm² mit 10 Mio. Riechzellen. Beim Hund sollen es ca. 230 Mio. Riechzellen sein (wobei diese Angaben von der Größe der Hunde abhängen). Außerdem verfügt der Hund über das Jacobson`sche Organ. Die Geruchsempfindlichkeit des Hundes ist - je nach Stoff- bis zu 10 Mio. mal höher als beim Menschen. Die Differenzierungsfähigkeit von Duftstoffen ist beim Hund etwa um den Faktor 1000 besser als beim Mensch. Dieses ist nicht nur durch die Anzahl der Rezeptoren, sondern hauptsächlich durch die Art der Verschaltung verursacht.. Beim Fährten riecht der Hund nicht nur die Säfte der zertretenen Vegetation, die zerdrückten Käfer und sonstige Organismen, sondern auch den Geruch des Fährtenlegers (Haare fallen herunter, Hautschuppen, Fasern der Kleidung, Schuhcreme etc.). Außerdem kommen noch angewehte Geruchspartikel der Umgebung sowie die Fährten der in den letzten Stunden dort gelaufenen Tiere und Menschen hinzu. Am besten stellt man sich diese ganzen Fährten und Spuren als farbige Linien vor.

Wenn ich dem Hund nun den Beginn einer Fährte zeige, sage ich ihm: genau dem Geruch, den du da riechst, dem folgst du jetzt! Daher kann ich auch weitere Hunde auf derselben Fährte arbeiten lassen.

Beim Stöbern weise ich dem Hund einen bestimmten Bereich zu, den er in der sog. Quersuche vor mir durchkämmen soll ( dazu muss der Hund im Gehorsam gut durchgearbeitet sein), oder, beim Mantrailing, ich gebe ihm eine Geruchsprobe und folge dem Hund dann an einer Suchleine.

Fährten:

Als Fährtengelände benötigen wir eine Naturfläche, Wiese oder Acker ( in der Vegetationszeit Genehmigung des Besitzers / Pächters einholen), die nicht in der Nähe eines stark von Menschen oder Hunden frequentieren Weges und zu Beginn auch nicht zu nahe an einem Wald ( Wildfährten!) liegen soll. Auch darf sie nicht frisch gedüngt oder erst kürzlich gemäht worden sein, und der Bewuchs darf nicht zu hoch sein. Da der Hund lernen soll, die Nase und nicht die Augen zu verwenden, ist frisch geeggter Acker ungünstig, ebenso Schnee. Aber wir sehen genau, wo wir waren, und welche anderen Fährten noch im Gelände liegen ( Füchse, Hasen, Rehe etc)

Als Ausrüstung benötigen wir für den Hund ein gut sitzendes Suchgeschirr und zu Beginn eine 2m –Leine, später eine 10m lange Fährtenleine. Der Mensch sollte feste Schuhe, evt. Gummistiefel, tragen.

Zum Erlernen des Fährtens nehme ich dann eine 100g-Aluschale Katzennassfutter. Während der Hund angeleint und festgebunden zuschaut, tupfe ich meine Schuhspitzen in das Katzenfutter und vertrete meinen Abgang in Form eines Dreiecks, mit der Spitze des Dreiecks in meine Laufrichtung. An diesem Abgang halte ich mich ca. ½ Minute auf, schreite dann in zu Beginn kleinen Schritten los und tupfe meine Schuhspitze(n) immer mal wieder in das Katzenfutter. Nach ca. 10 – 15 m hebe ich das Schälchen hoch, zeige es dem Hund und lege es dann auf den Boden. Bei der allerersten Fährte komme ich auf genau dem selben Weg wieder zurück zum Ausgangspunkt. Dann hole ich den Hund, ziehe ihm in Ruhe das Geschirr an, greife die Leine kurz und führe ihn zum Abgang. Mit dem Hörzeichen „Suuuch ( Fährte)“ soll er dort ruhig den Abgang erkunden, gründlich abschnüffeln, und dann langsam Schritt für Schritt weiter suchen, bis zum Futterschälchen, das er dann natürlich leeren darf.

Weitere kurze Fährten in dieser Art folgen, bis der Hund das Hörzeichen „Such Fährte“ verstanden hat.

Wichtig in der Aufbauphase ist, dass ich IMMER weiß, wo ich gegangen bin, um den Hund korrigieren zu können. Dazu muss ich mir genau merken, wo ich gegangen bin ( Steine, bunte Blumen, markante Büsche etc.).

Korrigiert wird, unter Zeigen auf den Fährtenverlauf, immer in freundlichem Ton!!

Beim Lernen des Fährtens ist auch immer der Wind zu beachten. Damit der Hund die Nase unten behält, ist Rückenwind sinnvoll. Bei starkem Seitenwind ist es auch normal, dass der Hund praktisch neben der Fährte sucht, da der Wind den Geruch verträgt.

Die Fährten werden langsam länger, es wird immer weniger und dann gar kein Hineintupfen der Stiefelspitze ins Katzenfutter geben, es werden Bögen, dann stumpfe Winkel, später rechte Winkel eingebaut, die Katzenfutterschale wird schon lange nicht mehr gezeigt, der Hund schaut beim Legen der Fährte nicht mehr zu, es wird immer mehr Leine gegeben, bis der Hund selbstständig an der langen 10 m Leine vor mir sucht und die Dauer, die eine Fährte liegt, bis zu 24 Stunden gesteigert wird und eine Fremdperson die Fährte legt.

Aber am Ende der Fährte findet der Hund immer etwas!

Wenn eine Fährte länger liegt, ist es sinnvoll, die Belohnung / den Gegenstand erst kurz vor der Suche am Endpunkt abzulegen. Füchse, andere Hunde, Krähen, aber auch Ameisen lieben Fleisch und ähnliches. Dicht schließende Gefäße verwenden!

Im Hundesport werden auf der Fährte auch noch kleinere Gegenstände abgelegt, die der Hund stehend, sitzend oder liegend verweisen muss.

Bei bestimmten Fährtenhundprüfungen muss der Hund sich auch den Abgang selber suchen.

Fährten macht sehr viel Spaß, man lernt seinen Hund lesen, erkennt seine Reaktionen bei unvorhergesehenen Situationen ( Schwammerlsucher, anderer Hund auf der Fährte) und es stärkt die Kondition ;-).

Weitere Informationen unter http://www.airedales-von-der-laubenhaid.de/Hundesport/Fahrte/fahrte.html

Verlorensuche:

Ziel dieser Suche ist, dass wir den Hund während eines Spazierganges zusätzlich naslich auslasten, indem wir einen Gegenstand (Spielzeug, Preydummie, Schlüsselbund) „verlieren“ und den Hund auf kürzere oder längerer Strecke zurück suchen lassen.

Achtung! Während bei einer Fährte oder Schleppe die verfolgte Spur zeitlich immer jünger wird, wird sie bei der Rücksuche immer älter! Hunde können das sehr genau unterscheiden!

Zum Lernen leinen wir den Hund wieder an und binden ihn fest oder lassen ihn absitzen. Wir nehmen den Gegenstand, machen ihn interessant, tragen ihn auf dem Weg, den wir gegangen sind, etwas zurück und legen ihn dort ab. Zurück beim Hund lassen wir ihn neben uns, in die Suchrichtung gewandt, absitzen, sagen „Such verloren“ und lassen ihn los. Vielleicht begleiten wir ihn noch ein Stück, loben ihn, wenn er gefunden hat, und laufen mit ihm, evt. angeleint, zurück zum Ausgangspunkt. Dabei sollte der Hund den Gegenstand freiwillig tragen. ( Den Aufbau des Apportierens zu schildern nimmt in diesem Rahmen zu viel Platz ein).

Der Gegenstand wird gegen Futter getauscht ( Beutetausch). Diese Übung mache ich ein paar mal, bis der Hund das Hörzeichen verstanden hat.

Dann lasse ich während eines Spazierganges den Gegenstand heimlich fallen, gehe einen gewisse Strecke, rufe den Hund zu mir: „Verloren?“ . Den Hund absitzen lassen und mit „Such verloren, bring“ ( wenn er bringen kann) zum Suchen schicken.

Zunehmend wird die Strecke, die der Hund zurück sucht, verlängert.

Bitte nur auf einsameren Wegen arbeiten und über Strecken, die überschaubar sind. Nicht dass sich ein Spaziergänger erschrickt, wenn auf einmal ein Hund mit tiefer Nase daher stürmt, oder ein Jagdpächter auf falsche Ideen kommt.

Weitere Hinweise auch unter www.nasenarbeit.de

Reizangeltraining

Um unsere auch jagdlich geführten Hunde im Gehorsam zu halten, aber auch um sie für Rennen und Coursing ( siehe nächstes Kapitel) fit zu machen, trainiere ich mit ihnen mit der Reizangel. Dazu habe ich eine billige Teleskopangelrute gekauft, eine stabile Reepschnur mit Karabiner befestigt, und kann so falsche "Hasis" wie auf der Rennbahn, Preydummies, normale Dummies oder andere interessante Dinge anhängen. Ziel ist immer der Gehorsam: Der Hund darf hinterher hetzen, wenn ich es sage! Und sonst bewegt sich das Dummy nicht! Also zuerst "sitz und bleib", oder "platz und bleib" oder "steh". Zuerst ohne Bewegung der Dummies, dann mit. Oder einfach "schone!". Außerdem kann ich sehr gut das Ausgeben üben, aber auch das Zutragen. Der Höhepunkt ist dann das Platz aus der Bewegung, mit Hörzeichen oder Triller, während sich das Dummie weiter bewegt. Schließlich kann eine Hilfsperson mit der Reizangel hinter einem Baum oder Stadel platziert werden, und man kann den Gehorsam auf diese Distanz trainieren.

Adjiri: "steh" - "schone!"                                                                                                   "voran"

 

                      Auf die Bodenbeschaffenheit ist zu achten!                                       Und rechtzeitig aufhören!

Beschleunigung aus dem Platz                                                                              und Finale.....

 

Aziza ist vorsichtiger, läuft eher innen                                                                           und braucht immer ihr weiches Dummy dazu

Und dann trägt sie es mir immer zu.                                                                    Schließlich trägt sie es zum Auto.

 

Siehe auch: http://www.petnews.de/downloadcenter-kataloge-prospekte-heimtierbedarf/doc_view/285-reizangeltraining

 

Coursing und Rennen

Coursings finden auf freiem Feld statt. Hier geht es nicht nur um Geschwindigkeit, sondern auch das Jadgverhalten wird beurteilt. Dazu werden unregelmäßig an verschiedenen Stellen Umlenkrollen in den Boden gesteckt, über die das Zugseil ausgelegt wird. Am Ende des Zugseils befindet sich, wie auf der Rennbahn, eine Hasenattrappe, meist in Form von Plastikbändern oder Fellstücken. Ziel ist es hier, eine echte Hasenhetze zu simulieren, bei der die Beute auch Haken schlagen kann und die Hunde sie daher nicht nur direkt verfolgen, sondern auch mitdenken müssen. Es starten ein oder zwei Hunde, und jeder Hund läuft beim Coursing zwei Durchgänge. Die Strecke beträgt 800 - 900 m. Das Verhalten der Hunde wird von zwei Coursingrichtern bewertet. Das internationale Coursingreglement der FCI sieht vor, dass die Richter die Hunde anhand der folgenden Kriterien bewerten: Schnelligkeit, Eifer, Intelligenz, Gewandtheit und Kondition. Pro Kriterium können die Richter bis maximal 20 Punkte vergeben. Bei nationalen Coursings können jedoch auch abweichende Bewertungssysteme zur Anwendung kommen. An Internationalen Coursings innerhalb der FCI wird für Windhunderassen das Certificat d'aptitude au Championnat International des Courses de Lévriers (CACIL) vergeben.  Adjiri  hat das Windhund - Gen in sich entdeckt - er erlief bei seinem ersten Coursing einen vierten Platz.

Auf der Rennbahn starten die Hunde aus Boxen oder bei großen Rassen auch aus der Hand auf einer festen Bahn mit Gras- oder Sandoberfläche. Sie laufen einem künstlichen Hasen aus Flatternband hinterher, der von z.B. einer umgebauten Motorsäge gezogen wird. Da Windhunde – anders als die meisten anderen Hunderassen – primär auf Sicht jagen, ist vor allem die Bewegung des Objektes entscheidend, nicht sein Geruch oder sein Aussehen. Manche rennen auch nur dem Zugwagen hinterher, auch wenn nichts dran hängt - sie gehen nach dem Geräusch der Maschine. Da Aziza zur Nachsuche ausgebildet wurde, suchte sie auf dem Geläuf die "Fährte" des gezogenen Rehfelles.  Häufig besteht der Hase aber einfach aus einem Bündel Flatterband. Die übliche Bahnlänge  beträgt 480 m.

Neben den offiziellen Veranstaltungen bieten die Windhundrennvereine  auch regelmäßige Trainings an, an denen meistens auch Rhodesian Ridgebacks oder Windhunde ohne Renn- oder Coursinglizenz teilnehmen können.

Aus: http://rhodesian-ridgeback.at/erziehung-und-arbeit/rennbahn.html

Von Silvia Gürtler:

Hunderennen und Jagen ein Widerspruch?

Diese Frage kann mit einem klaren NEIN beantwortet werden. Meine Erfahrung ist die, dass mein Hund, solange er im Training steht, gerne aufs Haserl verzichtet. Bei den Windhundleuten darauf angesprochen, wunderte das niemand. So mancher Hund zieht die Bequemlichkeit der Rennbahn dem fraglichen Vergnügen vor, über Stock und Stein zu hetzten.

Alles gut und schön, beantwortet aber die Frage nicht. Fakt ist, dass der Hund auf der Bahn an eine Fülle von Eindrücken gewöhnt wird, die für ihn im unmittelbaren Zusammenhang stehen, wenn er den Kick erlebt, sich auspowern zu dürfen... natürlich über den Hetztrieb. Alles, was den Hund, egal welcher Rasse, ausmacht und ihn für uns Menschen so wertvoll macht, basiert über den Beute- oder Hetztrieb, kein Schutzhund ohne in den Ärmel beißen zu dürfen, kein Drogen- oder Zollwachhund ohne seine Spielbelohnung, kein Agility ohne belohnende Worte od. Leckerli u.s.w. Selbst beim Spiel miteinander – oder wer kennt es nicht, die „narrischen 5 Minuten“, die uns Hundebesitzer in Verzückung geraten lassen – dient dies nichts anderem, als beim Hund Stress abzubauen und durch Ausschüttung von Adrenalin und Hormonen ein Glücksgefühl zu erfahren.

Die Wahrnehmung des Hundes beschränkt sich nicht auf das stupide Hinterherlaufen einer vermeintlichen Beute, mit Verlaub aber so dumm sind sie wirklich nicht. Das Surren der Zugmaschine, das Scheppern der Startbox, das Gehaltenwerden bis der Hase vorbeikommt, das sich Freilaufen können und letztendlich in das Hasi beißen macht den Kick aus. Kein Hund sieht ein imaginäres Wild vor sich herlaufen.

Natürlich kann ich eine Verknüpfung herstellen, indem ich mit echten Hasen- oder Hirschfellen den Geruch einbeziehe. Die Arbeit mit echten Fellen oder Kadavern lehne ich ethisch und moralisch grundsätzlich ab! Das Wildern ist ein generelles Problem bei sehr vielen Hunden – unabhängig von der Rasse. Es entsteht meistens durch Unterforderung, falsches Verhalten der Besitzer, aber hauptsächlich durch Nachahmung. Man sollte nicht versuchen, den Instinkt auszuschalten, sondern ihn in geordnete Bahnen zu lenken.

Eine von vielen Möglichkeiten bietet sicherlich die Rennbahn, weil es dem Hund Gelegenheit gibt, sich in seinem ureigensten Interesse zu entfalten, und das ist leider in unserer Gesellschaft nicht mehr möglich.

Fazit: Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass egal aus welcher Sparte, ob Familien-, Arbeits-, Jagd- oder Sporthund, Rasse oder Mix, sich die Rennbahn als wunderbarer Ausgleich erweist.

 Silvia Gürtler

 

 

Mantrailing:

Ein Bericht von Sabrina Beksits und Oliver Rumley und ihrer Ashura-Shani Huntress of Didingwe

Was ist das?

Mantrailing ist eine besondere Art der Personensuche. Hierbei folgt der Hund der Spur eines ganz bestimmten Menschen. Er unterscheidet die Spuren durch den Individualgeruch, der bei jedem Menschen einzigartig ist. Dieser besteht aus Hautschuppen, Haaren, Schweiß und vielen weiteren Partikeln. Etwa fünf Mio. solcher Partikel werden von jedem Menschen pro Minute verloren. So legt jeder von uns bei jedem Schritt eine Spur aus Partikeln. Wo diese Partikel liegen, hängt stark von den Begebenheiten der Umgebung ab. So können die Partikel viele Meter neben dem Weg liegen, auf dem die zu suchende Person tatsächlich gelaufen ist.

Welchem Geruch der Hund suchen soll, erfährt er vom sog. Geruchsartikel. Dies ist ein Gegenstand, der den Geruch der vermissten Person trägt.

Wo werden Mantrailer eingesetzt?

Momentan werden Mantrailer hauptsächlich von Rettungshunde-Staffeln ausgebildet. Sie werden dann eingesetzt um gezielt vermisste Personen zu suchen. In den USA, wo das Mantrailing seinen Ursprung hat, werden sogar flüchtige Verbrecher mit Mantailing gesucht. Die Indizien, die das ausgebildete Mantrailing-Team bei der Verbrecherjagt sammelt, sind sogar vor Gericht zugelassen. Aber auch im Freizeitbereich erfreut sich Mantrailing zunehmender Beliebtheit. Viele Menschen suchen nach einer Möglichkeit ihren Hund seinen Anlagen entsprechend zu beschäftigen und auszulasten.

Wer kann Mantrailing erlernen?

Jeder Hund, ob Rasse oder Mischling kann ein ausgezeichneter Mantrailer werden. Aber gerade den Jagd-, Schweiß- und Laufhunden ist das Mantrailing in die Wiege gelegt. Den sie wurden seit Jahrhunderten nach Nasengüte, Ausdauer bei der Suche und Finderwillen zur Zucht aus gesucht. Den wer ein Mantrailer werden will muss gerne seine Nase benutzen wollen und bereit sein, von sich aus, ausdauernd eine Spur zu verfolgen, weil er finden will. Auch muss ein Mantrailer in der Lage sein selbstständig, also ohne Anweisung und Hilfe des Hundeführers zu Arbeiten und Entscheidungen zu fällen. Den der Mensch kann den Trail nicht riechen, er muss ich auf seinen Hund verlassen können. Natürlich muss der Hund gesund und körperlich Fit sein. Dies empfiehlt sich auch für den Hundeführer.

 

Der Mantrailer bei der Arbeit

Das Team aus Mantrailer und Hundeführer wird an den Ort gebracht, wo die vermisste Person zu letzt gesehen wurde. Der Hundeführer zieht seinem Hund das Such-Geschirr mit der langen Leine an. Dem Hund wird der Geruchsartikel gezeigt und dann geht es auch schon los.

Da man in der Regel nicht genau weis wo die Person genau gelaufen ist, muss der Hund erst den Trailverlauf suchen und die Richtung bestimmen. Sobald der Mantrailer die Spur gefunden hat folgt er den Geruchspartikeln über die verschiedenen Untergründe. Ob einsamer Waldabschnitt oder belebte Innenstadt, wo viele Menschen die Spur kreuzen. Der erfahrene Mantrailer arbeitet hoch konzentriert den Trail ab auch wenn dieser Stunden, Tage oder gar Wochen alt ist. Das Tempo des Hundes ist stets zügig, hängt aber vom Temperament des Hundes aber auch vom Alter und Schwierigkeit des Trails ab. Kommt der Mantrailer der vermissten Person näher werden die meisten Hunde wieder schneller. Hat er die Person gefunden, zeigt er sie an. Welche Anzeige der Hund zeigt ist egal, der Hundeführer muss wissen wen sein Hund meint.

Die Aufgabe des Hundeführers im Mantrailing-Team ist das Lesen seines Hundes bei der Arbeit. Das heißt er kann die verschieden Körpersignale deuten und weiß immer was sein Hund gerade macht. Ob er die Spur verfolgt oder verloren hat und vieles mehr. Eine weitere wichtig Aufgabe des Menschen im Team ist nach Gefahren Ausschau zu halten z. B Autos und den Hund entsprechend anzuhalten z.B. bis die Fußgängerampel grün ist.

Wie wir zum Mantrailing kamen

Als wir die Shani am 08.04.05 mit neun Wochen von Susanne und Claus abgeholt haben, ahnten wir nicht, dass wir knapp zwei Jahre später eine Mantrailing-Gruppe leiten würden.

Nasenarbeit hat uns schon immer fasziniert. Mit viel Spaß haben wir unserer kleinen RR-Hündin Shani beigebracht unseren Hauschlüssel zu suchen. Doch haben wir immer nach weiteren Möglichkeiten gesucht unseren Jagdhund nach seinen Anlagen zu beschäftigen. Nun sind wir ja kein Jäger und können unsere Maus nicht mit der Suche nach Wild auslasten. Wir haben in verschiedene Richtungen gesucht und einiges ausprobiert. Doch irgendwie war das alles nicht das Richtige.

Durch Zufall viel mir ein Buch zum Thema Mantrailing auf. Als wir uns im Internet näher informieren wollen, blieben viele Fragen offen. Aber unser Interesse war geweckt und das erste Buch wurde gekauft. Schnell hatten wir Interessierte aus unserem Hundeverein, wo ich gerade zur Hunde-Trainerin ausgebildet werde. Es war toll zu sehen wie unsere Hunde schnell Fortschritte machten und Herrchen und Frauchen vor Stolz auf Ihre Hunde fast platzen. Schon bald hatten wir interessierte Leute von allen Seiten. Nun mussten wir uns 

 erarbeiteten ein Ausbildungskonzept aus und fingen an die verschiedensten Hund-Mensch-Teams anzuleiten und auszubilden. Die Faszination die von dieser Arbeit ausgeht steckte alle unsere Teams an. Da die Nachfrage momentan groß ist, haben wir nun noch zwei Mantrailing-Trainer ausgebildet.

Ich bin bei jedem Training aufs Neue erstaunt und begeistert von unseren Hunden, welche Leistung sie mit ihrer Nase vollbringen können.

Unser Ziel ist es irgendwann einsatzfähige Hunde zu haben, die Menschen mit Ihren erstaunlichen Fähigkeiten helfen – aber das ist noch ein langer Weg. Wir freuen uns auch über die Menschen, die nicht in den Einsatz wollen aber ihren Hund artgemäß und sinnvoll beschäftigen wollen.

Suchen können unser Hunde schon, wir müssen ihnen nur sagen was!

Sabrina Beksits und Oliver Rumley

 

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Was ist wichtiger?

Was ist für einen (Haus-) Hund wichtiger? Instinkt oder Vertrauen in den Hundeführer - Besitzer? In Galtür im Paznaun Tal darf man sogar mit drei Hunden in das Museum "Alpinarium". Hier wird die Gefahr in Eis und Schnee des Hochgebirges drastisch vor Augen geführt. Ein Kabinett ist vollkommen verspiegelt, auch der Fußboden.

Erste Reaktion der Hunde: da kann man nicht drauf laufen.

Aziza orientiert sich am Vater.

Oribi ist weiter im Hintergrund Asir fasst langsam Vertrauen.

Erste Schritte von Asir, Tochter Aziza bleibt neugierig, Mutter Oribi lehnt weitere Begutachtung ab.

Asir und Aziza haben es geschafft, Oribi ´s Instinkte sagen: das geht nicht und das mache ich nicht. Aber nur solche Instinkte führen zum Überleben der Art. Aufgezogen und geprägt wurden alle Hunde (Asir mit Einschränkung, da er erst mit 13 Wochen zu mir kam) identisch.

 

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Mitschrift zum Vortrag von Dr. Esther Schalke am 23.06.2007

zum Thema:

Kombination aus Lern- und Ausdrucksverhalten in direktem Bezug zur Arbeit mit dem Hund im Trainingsalltag

Vorraussetzung für erfolgreiches Training:

Wissen über die Lerntheorien

Struktur im Training (Was will ich heute üben? Wie gehe ich vor?)

 

LERNEN

Ø Lernen bedeutet, das eigene Verhalten den Gegebenheiten der Umwelt anzupassen.

Ø Lernen dient der Optimierung des eigenen Zustands

Ø Lernen findet ständig statt, 24 Std. am Tag, 7 Tage die Woche (=> 24 Std. am Tag/7 Tage die Woche konsequent in der Erziehung sein und bleiben!)

Ø Reize werden über alle Sinnesorgane aufgenommen (Körpersignale, Stimme, Geruch usw.)

Beispiel: Hund läuft im Training super, am Prüfungstag ist Übungsplatz voll neuer Gerüche (Essen, fremde Hunde/Menschen), Geräusche, Personen. Hund merkt sich sehr schnell, dass diese Veränderungen in der gewohnten Umgebung im Endeffekt bedeuten: Ich muss gleich arbeiten, aber es wird dafür keine Belohnung geben! (Prüfung eben)

 

INDIVIDUELLE FITNESS

Unter individueller Fitness versteht man das Grundmotiv, die eigenen Gene in die nächste Generation weiterzugeben.

Daraus folgt das Bedürfnis, lebensnotwendige Ansprüche wie Raum, Nahrung, Wasser, Fortpflanzungspartner etc. (=Ressourcen) zu erwerben oder gegen Konkurrenten zu verteidigen (=Ressource Holding Potential).

Hierfür kann aggressives Verhalten notwendig sein.

Unsere Hunde müssen sich weder um einen Schlafplatz (schönes weiches Bettchen, mindestens eines pro Hund), Spiel (Ball vor die Füße werfen, man wirft, weil dem Hund macht ´s ja Spaß), Aufmerksamkeit (Kopf auf die Knie legen, automatisch wird gestreichelt) und Futter (Napf wird regelmäßig gefüllt und vorgesetzt) kümmern, wir nehmen ihnen all das ab.

Hunde sollten ruhig für ihre Ressourcen arbeiten können und dürfen, z.B. gibt’s das Futter nicht mehr aus dem Napf, sondern aus der Hand, in kleinen Portionen als Belohnung für gewünschtes Verhalten. Dabei unbedingt konsequent bleiben, nicht nach einem Tag aufgeben, weil Hund nichts für sein Futter tun will. „Fressen müssen sie alle! Irgendwann fressen sie schon, auch wenn’s im Extremfall 2 Wochen dauern kann…!“

 

ASSOZIATION

„Zwei Ereignisse, die gleichzeitig bzw. in sehr kurzem zeitlichen Abstand voneinander geschehen, werden im Gehirn in Verbindung gebracht.“

Schwierigkeit: das Timing!

Assoziationszeit:

 

Gehirnbereich Gehirnbereich

Hören Bewegung

Hörzeichen: ß--------------------------------à Handlung:

Sitz Hinsetzen

 

3 Sek. lang aktiv beide Bereiche gleichzeitig 3 Sek. lang aktiv

nur 1 Sek. lang aktiv

Die Reaktion des Hundeführers auf das Zusammenspiel von Hörzeichen und Handlung sollte idealerweise in der Sekunde erfolgen, da beide zuständigen Bereiche im Gehirn aktiv sind, allerspätestens innerhalb von 3 Sekunden! Kommt die Reaktion später ist für den Hund keine Verknüpfung zwischen seinem Verhalten und der Belohnung (oder Strafe) mehr möglich!

 

KLASSISCHE KONDITIONIERUNG

Reflexe des Organismus werden auf vormals unbedeutenden Auslösereiz hin konditioniert.

Z.B.

beim Lösen des Welpen dieses jedes Mal mit den Worten „Mach Pipi!“ begleiten, irgendwann reicht es „Mach Pipi!“ zu sagen, und der Hund weiß, was er tun soll.

Jedes mal, wenn Futternapf gefüllt wird, fängt Hund zu speicheln an, in Erwartung des Futters. Irgendwann reicht das Geräusch des Futterschrankes/Kühlschrankes, und Hund fängt vermehrt zu Speicheln an

Anziehen von bestimmten Kleidungsstücken/Schuhen hat Hund mit Gassi-Gehen/zum Hundeplatz fahren verknüpft und dreht sichtlich auf.

Clicker (erst clicken, dann belohnen, nicht andersrum! Und nie Belohnung nach Click vergessen!

Hund „kann“ gar nicht mehr anders, als auf den Auslösereiz reflexartig zu reagieren.

 

INSTRUMENTELLE / OPERANTE KONDITIONIERUNG

Es werden Assoziationen geknüpft zwischen bestimmter (und kontrollierter!) Handlung des Hundes und einer bestimmten Reaktion der Umwelt auf diese Handlung.

Der Hund lernt über Konsequenz seines eigenen Handelns (zum Vor- oder Nachteil, sprich Belohnung oder Strafe)

z.B. shapen mit dem Clicker: Hund erprobt, was von ihm erwartet wird, tastet sich mit Hilfe der Clicks an das gewünschte Endverhalten heran. Bietet er nichts oder das falsche an, gibt es keinen Click und keine Belohnung (= Strafe).

BELOHUNG & STRAFE

Belohnung und Strafe sind die Motive für den Hund, ein bestimmtes Verhalten öfter oder seltener zu zeigen.

Belohnung bewirkt, dass ein bestimmtes Verhalten öfter gezeigt wird.

(z.B. „Jackpot“ - Leckerli, Spiel mit Lieblingsspielzeug)

Strafe bewirkt, dass ein bestimmtes Verhalten seltener gezeigt wird.

(z.B. unerwünschtes Verhalten abbrechen – Welpe will auf Teppich pinkeln -> hoch nehmen, raus tragen = Verhalten wurde unterbrochen; oder Belohnung vorenthalten – Kommando wird nicht/nicht korrekt ausgeführt -> Leckerli/Spiel wird vorenthalten)

„positive“…

(i.S.v. zufügen)

„negative“…

(i.S.v. entfernen)

Belohnung

Etwas Angenehmes wird zugefügt

Etwas Unangenehmes wird entfernt

Strafe

Etwas Unangenehmes wird zugefügt

Etwas Angenehmes wird entfernt

 

„etwas Angenehmes zufügen“ oder „etwas Angenehmes entfernen“ sind die effektivsten Arten von Belohnung und Strafe.

Wird etwas Angenehmes entfernt (oder vorenthalten) wird die Erwartungshaltung des Hundes enttäuscht = Frustration.

Jeder Hund geht unterschiedlich gut mit Frustration um, hat seine individuelle Frustrationsgrenze.

 

KONTEXT DES LERNENS

Hunde lernen kontextspezifisch, das heißt zu Anfang einer Konditionierungssequenz spielen alle Umweltreize eine Rolle, der Hund filtert nicht erst nach und nach den eigentlichen Auslösereiz heraus. Neue Situationen daher immer erst in möglichst reizarmer Umgebung lernen, erst bei Sicherheit in der fehlerfreien Ausführung langsam die Umgebungsreize, die Dauer der Übungseinheit und die Anzahl der erwarteten Ausführungen erhöhen…

Die Belohnung für den Hund während der Übung nicht immer bereits am Körper tragen. Der Hund fängt bald an, den Hundeführer vor dem Üben mit der Nase zu erkunden, ob dieser nach Futter oder dem Spielzeug riecht, sich das Arbeiten also lohnt…

 

HABITUATION

Habituation meint, den Organismus an einen bestimmten Umweltreiz gewöhnen so dass der Hund diesem keine Beachtung mehr schenkt, weil er für diesen nur geringe Bedeutung hat.

nicht alles belohnen, in der Absicht, dem Hund dadurch eventuelles Unbehagen zu nehmen.

Beispiel: vorbeifahrende Straßenbahn. Wird währenddessen belohnt und beruhigt, bekommt die Straßenbahn Bedeutung, und Hund fordert künftig beim Anblick einer Straßenbahn Aufmerksamkeit bzw. Belohnung ein. Statt dessen vollkommen unbeeindruckt daran vorbeigehen, als wäre sie gar nicht da, dem Hund so die Sicherheit vermitteln, das ist nichts, worüber du dir Gedanken machen musst!

Habituation darf nicht mit Ablenkung gleichgesetzt werden.

Beispiel: Rüde versucht, auf entgegenkommenden Rüden loszugehen. Wird Hund mit Belohnung vom anderen Rüden abgelenkt, verknüpft Hund „wenn ich anderen Rüden fixiere, bekomme ich meine Belohnung!“. Statt dessen sollte ein Alternativverhalten verlangt werden, und für die korrekte Ausführung dessen wird der Hund dann belohnt. Dadurch ist der Hund genauso vom anderen Hund abgelenkt, wird aber für etwas ganz anderes belohnt.

 

SENSIBILISIERUNG

Der Gegensatz zur Habituation:

Es findet keine Gewöhnung statt, sondern eine Verstärkung der Reaktion auf den Reiz.

I.d.R. kommt das bei Reizen vor, die wichtig für den Organismus sind, indem sie eine Gefahr signalisieren könnten.

Normale Reaktion auf einen Reiz:

Auslösereiz starker Anstieg der Entspannung bis zum Normalzustand

Aufregung/Erregung

Problematische Reaktion auf einen Reiz:

Schematische Darstellung des „sich hoch - schraubens“, der Hund reagiert auf Auslösereize, noch bevor die Aufregung vom letzten Reiz abgeklungen ist, bzw. Entspannungsphase dauert zu lange, und nächster Reiz tritt schon ein.

Farbbedeutung analog obiges Schema

 

LERNEN VON IRRELEVANZ / LATENTE INHIBITION (=unterschwellig gehemmt)

Ähnlich der Habituation

Bestimmte Signale verlieren an Bedeutung, da sie ständig wahrgenommen wurden/werden, ohne dass sie eine Bedeutung für den Hund hatte

z.B. Hörzeichen „sitz!“ für Welpen, der den Bewegungsablauf dazu noch nicht kennt, und somit die Bewegung und das Hörzeichen nicht verknüpfen und ausführen kann, wenn der Hundeführer trotzdem wiederholt „sitz!“, „Sitz!“, „SITZ!“ sagt, klingt das für den Hund wie ein Nebengeräusch…(„blablablablabla……“)

Darum die Hörzeichen in der Ausbildung nicht zu früh einsetzen und nicht verschwenderisch damit umgehen!

Unterschied zur Habituation: viel seltener „spontane Erholung“

Viele Hörzeichen werden zu oft ohne Konsequenz verwendet oder kommen im normalen Sprachgebrauch sehr oft vor (z.B. „Komm her!“)

Menschen sind zu unkontrolliert im Sprachgebrauch, so dass die Sprache als „Marker“ (Clicker-Ersatz) nicht sinnvoll ist. Z.B. „Komm (1.) hier (2.) rüber(3.)!“, ärgerlicher Tonfall beim Heranrufen

 

„Erstaunlich, wie viele Hunde lernen, obwohl sie ausgebildet werden….!“

(Zitat unbekannten Verfassers)

übrigens: Der Leinenruck belohnt nur den Hundeführer (über klassische Konditionierung), da das unangenehme Ziehen im Arm im Moment des Rucks (zumindest kurzzeitig) verschwindet…!

 

LÖSCHUNG

Klassische Konditionierung: Wenn der Auslösereiz (Kommando) in 50% oder mehr der Fälle nicht mehr mit der Belohnung gepaart wird, tritt die Löschung des erlernten und konditionierten Verhaltens ein.

Instrumentelle Konditionierung: Erfährt ein Verhalten keine Reaktion (egal ob Belohnung oder Strafe) aus der Umwelt, wird es gelöscht.

Bei selbstbelohnenden Verhaltensweisen hilft nur „positive“ Strafe, nicht das Ignorieren (weglassen von Angenehmen)

 

BEEINFLUSSENDE FAKTOREN

Motivation

Deprivation (z.B. ein hungriger Hund arbeitet lieber als ein satter, Aufmerksamkeit ist eine wichtige Ressource, die man sich verdienen muss)

Das Deprivationslevel muss für die jeweilige Belohnung groß genug sein

Belohnung

Timing

Strafe

Zuerst muss der Hundeführer sich vergewissern, dass er das Kommando nicht missverständlich gab oder seine Körpersprache im Widerspruch zum Kommando stand.

Ist dies nicht der Fall, dann müssen folgende 4 Merkmale erfüllt werden:

Strafe muss so schnell erfolgen, dass sie mit der Handlung verknüpft werden kann (s.o. Assoziationszeit)

Und

Strafe muss stark genug sein, um die Handlung zuverlässig zu unterbinden, aber nicht so stark, dass der Hund emotional daran zerbricht (=erlernte Hilflosigkeit -> Beschwichtigung, Meideverhalten)

Und

Strafe muss immer erfolgen, wenn die unerwünschte Handlung gezeigt wird (Konsequenz!)

Und

Strafe darf nur mit dieser unerwünschten Handlung verknüpft werden!

 

KONTRASTEFFEKTE

Positiver Kontrast:

Hund erwartet „unspektakuläre“ Belohnung (z.B. Trockenfutter) und bekommt statt

dessen Super - Leckerli (z.B. Käse)

Hund strengt sich nächstes mal mehr an in Erwartung des tolleren Leckerlis

 

Negativer Kontrast:

Hund erwartet Super - Leckerli (z.B. Käse) und bekommt statt dessen „unspektakuläre“

Belohnung (z.B. Trockenfutter)

Hund strengt sich nächstes Mal weniger an („Lohnt sich ja eh nicht…“)

 

INTERMITTIERENDE BELOHNUNG

Es wird nach einem für den Hund nicht durchschaubaren Prinzip bestätigt (vgl. Anziehungskraft von Lotto-Spielen, Geldspielautomaten usw.)

Unterschiedliche Ansatzpunkte:

Zeitintervalle (mal schneller, mal später bestätigen)

Anzahl des gezeigten Verhaltens (mal nach 5 Schritten, mal nach 30 Schritten bestätigen; nicht vergessen: auch mal nach dem ersten Schritt!)

„Try harder“: Hund gelegentlich „schmoren“ lassen, Belohung kommt nicht wie erwartet und gewohnt, sondern etwas später (z.B. sonst wurde nach 10 Schritt „Fuß“ bestätigt. Diesmal nach 14. Hund „überlegt“ nach dem 10ten Schritt „Wo bleibt die Belohnung? Ich werde immer nach 10 Schritt belohnt! Gleich kommt ´s! Hat sich bloß verzählt! Nach dem nächsten Schritt sicher! Aber jetzt dann gleicht!....“ Somit wurde das Belohnungsniveau auf „mindestens 14 Schritt“ erhöht (bzw. zur Abwechslung natürlich analog zu oben, auch mal früher. Aber der Durchschnitt hat sich um 4 Schritte erhöht!

Auch bei ungewünschtem Verhalten anwendbar (z.B. ruhig Abliegen -> Zeit verlängern, in der Hund ruhig liegen bleibt)

 

Der Hund wird dadurch in eine gespannt Erwartungshaltung versetzt. Bleibt nun die erwartete Belohung aus, kommt es zu Frustration des Hundes. Bis zu einem gewissen Maß ist dies der Motivation förderlich, der Hund strengt sich mehr an.

Ist der Hundeführer jedoch inkonsequent und beendet die Frustphase vorzeitig, indem er die vorenthaltene Belohnung trotz (noch) nicht korrektem Verhalten zukommen lässt (z.B. „Fuß“ - Gehen, als die Belohnung nach der üblichen Schrittzahl ausbleibt, fängt Hund aus Frust zu kläffen oder schnüffeln an. Wenn der Hundeführer jetzt, damit Ruhe ist, die Belohnung zuteil werden lässt, kommt es zur Frustrationslöschung (Extinction Burst). Die hilfreiche Frustration wird abgebrochen und war umsonst…

Wichtig ist, z.B. beim „Shapen“, das Ja-Nein-Prinzip, sprich, dem Hund bei zu hoch steigendem Frust durch verbale oder körperliche Hinweise auf den wichtigen Weg zu helfen (vgl. Kalt – Warm – wärmer – heiß! Beim Topfschlagen…)

 

UNERWÜNSCHTES VERHALTEN

Folgende Möglichkeiten zum Umgang mit unerwünschtem Verhalten:

v konditioniertes Meideverhalten (z.B. Erschrecken mittels Wasserpistole oder Trainingsdiscs während der Ausführung des unerwünschten Verhaltens)

v Abbruchsignal: = letzte Warnung, wenn Verhalten nicht sofort abgebrochen wird, gibt es keine Belohnung für den Hund

Aufbau des Abbruchsignals:

Aufbauen einer Erwartungshaltung beim Hund, sprich rasches Füttern mehrerer Leckerli hintereinander (vgl. Clickerkonditionierung), gerne auch mit „Click“

Wenn Hund gespannt und vorfreudig auf das nächste Leckerli wartet, bleibt die Futterhand zu (Frust wird aufgebaut), und das neue Abbruchkommando (z.B. Off!, Stop!) wird genannt.

Versucht der Hund währenddessen nicht krampfhaft, an das Futter in der Hand zu kommen, sondern hält sich zurück, wird aus der anderen Hand bestätigt!

Hund muss wissen, ertönt das Abbruchsignal hat er keine Chance mehr auf seine Belohnung. Die Übung wird noch mal von vorne gemacht, diesmal aber richtig, diesmal hoffentlich mit dem „Try harder“-Prinzip: diesmal strengt er sich mehr an, um an die Belohnung zu kommen

 

KOMPLEXE HANDLUNG

Längere Übungen in einzelne, kurze Sequenzen teilen und erst beim sicheren Beherrschen aneinanderreihen

Bei Handlungsketten/Sequenzen (= Chaining) rückwärts oder vorwärts aufbauen. Rückwärts bietet sich meist an, da im Anschluss an eine neue Sequenz eine bereits bekannte, sicher beherrschte folgt.

Freiformen (Shapen)

Hilfen geben (wenn Frust zu groß wird) =Prompting

Bei sehr schwierigen, komplizierten Übungen die Sequenzen so klein wie möglich halten, um möglichst zu vermeiden, strafend eingreifen zu müssen

Am Beispiel: Apportieren

Apportel ins Maul geben, ruhiges Festhalten bestätigen und Sequenz festigen

Vorsitz (oder Grundstellung) mit Apportel im Maul

Apportel ins Maul legen, rückwärts vom Hund 1m weggehen, Hund diesen Meter samt Apportel zum Hundeführer gehen lassen, Vorsitzen

Entfernung steigern

Apportel vor Hund legen, aufnehmen und vorsitzen lassen

W.o.., aber mit steigender Entfernung zw. Hund und Hundeführer

W.o., aber Hundeführer wartet nicht mehr in Blickrichtung, sondern hinter dem Hund auf dessen Rückkehr

Hund wartet, während Hundeführer Apportel auslegt (erst geringe Entfernung, langsam steigern), nach Freigabe durch den Hundeführer läuft Hund zum Apportel, nimmt es auf, dreht um, kommt zum Hundeführer zurück und sitzt vor

 

 

LERNPROZESS

Im Allgemeinen gibt es vier aufeinanderfolgende Lernphasen:

Erwerben: Hund lernt neuen Bewegungsablauf kennen, vor allem die dazu notwendige Koordination seines Körpers

Fluss: Hund muss nun nicht mehr über den Bewegungsablauf nachdenken, er weiß mittlerweile, welche Muskelgruppen beansprucht werden, und wann sie eingesetzt werden müssen

Generalisation: der verinnerlichte Bewegungsablauf (bislang in reizarmer Umgebung) wird nun unter „erschwerten“ Bedingungen geübt (z.B. anderer Untergrund, andere Menschen oder Hunde in der Nähe usw.. Zeigt der Hund schließlich auch in diesen Situationen, dass er das Verhalten gefestigt und verinnerlicht hat, kann Kommando eingeführt werden (dann wieder in reizarmer Umgebung beginnen)

Aufrechterhaltung: das erlernte Verhalten muss immer wieder „aufgefrischt“ werden, bzw. mittels intermittierender Belohnung für den Hund lohnend und spannend bleiben

 

 

AUFBAU EINER TRAININGSEINHEIT

Was will ich lehren? Ziele so detailliert wie möglich formulieren!

Nicht: Hund soll sitz machen,

sondern: Hund soll sofort, wo er grad ist, seinen Po auf den Boden setzen und dort sitzen bleiben, bis ich die Übung beende

Womit kann ich den Hund belohnen? Futter oder Spiel? Welches?

Wie lange kann sich der Hund konzentrieren? Lieber öfter und kürzer üben, als seltener, dafür zu lange

In welchem Ausbildungsstadium befindet sich der Hund?

Wie kreativ ist der Hund? Kann er die Übung selbst erarbeiten? Zumindest teilweise?

 

Zu 1.,

Beispiel Trainingsplan

 

Struktur:

Motivation

 

Klass. Konditionierung (z.B. auf Helfer)

 

Instrum. Konditionierung (auf den verhaltensauslösenden Reiz)

 

Diskriminativer Stimulus (z.B. Körperhilfen, müssen wieder abgebaut werden; außerdem Steigerung von Ablenkung, Dauer, Schwierigkeit)

 

Belohnung

 

Aufbau (Zusammensetzung der Übung aus einzelnen Sequenzen)

 

Verhältnis/Intensität von diskriminativen Stimuli und Ablenkung/Schwierigkeit/steigende Dauer:

 

diskriminative Stimuli, Schwierigkeitsgrad

z.B. Körperhilfe Ablenkung

Dauer

Hilfen werden mit der Zeit abgebaut, während zeitgleich die Ablenkung usw. erhöht wird.

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AGILITY – Sport, Spass und Wettkampf mit dem Hund

Die Hundesportart „Agility“, übersetzt „Behendigkeit“, entstand 1977, als auf der Crufts Dog Show in London Diensthunde erste Übungen dieser neuen Sportart zeigten, die Elemente aus dem Springreiten beinhaltet.

Agility ist eine Sportart, die in allen Belangen den Bedürfnissen des Hundes entspricht, seinem Wesen, seinen Verhaltensweisen und seinen natürlichen Bewegungsabläufen.

Daher kann auch jeder Hund bei Agility mitmachen, er muß nur gesund und gehorsam sein.

Er überspringt unterschiedlichste Hindernisse wie Buschhürde, Mauer, einzelne Stangen und Weitsprung oder springt durch einen Reifen, er durchläuft (oder kriecht ) einen Tunnel oder Sackschlauch, bewegt sich über einen Laufsteg, die Schrägwand oder die Wippe oder webt durch einen Slalom von 10 bis 12 Stangen.

Diese Hindernisse werden immer wieder in anderen Kombinationen aufgestellt und müssen fehlerfrei absolviert werden: es dürfen keine Stangen fallen und die sogenannten Kontaktzonen am Beginn und Ende von Schrägwand, Laufsteg und Wippe müssen mit mindestens einer Pfote jeweils berührt werden. Und der Hund muß den Weisungen seines Führers einwandfrei folgen (ohne Halsband und Leine!), damit es nicht heißt: Falscher Parcours! Und das war es dann.

Außerdem gibt es noch eine Maximalzeit, in der der Parcours gelaufen werden muß. Wird sie überschritten, gibt es Zeitfehler.

Es gibt verschiedene Kategorien:

Agility A0 (Beginner), dann A1, A2 und A3, und das noch jeweils als small für kleine Hunde, medium, undals large für die großen Hunde. Und es gibt auch eine Seniorenklasse.

Das Zusammenwirken des Agility-Teams Mensch /Hund stärkt das Vertrauen und fördert das gegenseitige Verständnis zwischen den beiden. Der Hund ist durch Training und Wettkampf körperlich ausgelastet, seine Gesundheit und Fitness verbessern sich. Er wird geistig vermehrt gefordert und die Kontakte zu anderen Vier- und Zweibeinern fördern das Sozialverhalten – auch der Hundeführer.

Agility macht Spaß – so lautet der Grundsatz, und es kommt in erster Linie auf den Spaß und nicht auf die Siegeslorbeeren an. Erst Recht nicht bei unserer Rasse, dem Rhodesian Ridgeback.

Das erlebte ich bei Ridgesetter Oz Design, genannt Asir, immer wieder:

Er hatte von klein auf alle Hindernisse welpengerecht kennengelernt und er war sehr führig.

Aber öfter als zweimal den selben Parcours im Training laufen – das ist doch fad. Und wenn ich dann nicht rannte, dann lief Asir auch nicht. Das hatte wiederum den Vorteil, daß wir keinen „falschen Parcours“ laufen konnten (unter der Voraussetzung, daß ich die Nummern auf den Taferl richtig lese und nicht falsch laufe).

War Asir aber richtig motiviert, weil er nämlich eine Stunde im Auto warten mußte und genau wußte, daß seine Freunde arbeiten dürfen, dann war er für mich fast zu schnell.

Auch bei Agility haben die Götter den Schweiß vor den Erfolg gesetzt. Anforderungen wie guter Gehorsam, Führigkeit, Gewandheit, Bewegungsfreudigkeit, aber auch die enge Bindung und das uneingeschränkte Vertrauen in den Hundeführer (Wippe!) kommen nicht von selbst. Sie sind das Ergebnis gemeinsamer Trainingsarbeit auf dem Hundesportplatz.

Begonnen wird mit der Basisarbeit, bei der dem Vierbeiner beigebracht wird, wie er sich gehorsam und zuverlässig im täglichen Leben bewegen muß. Das fängt schon am ersten Tag des Hundes im neuen Heim an – sollte aber beim guten Züchter schon in der vierten Lebenswoche des Welpen begonnen haben.

Systematisch werden dann in kleinen Schritten Übungsteile aus dem Agility-Programm eingebaut.

Die Voraussetzung zur Teilnahme an einem Turnier ist die bestandenen Begleithundeprüfung BH oder die BH-A (wie Agility, aber ohne Schuß).

Ein normales Agility-Training in einem dem VDH angeschlossenen Hundesportverein und die Teilnahme an einigen Turnieren im Jahr wird Ihnen und Ihrem Hund sicher viel Spaß bereiten.

Schauen Sie sich doch einfach mal bei einem Verein so ein Training an. Hundesportvereine die Agility anbieten sind keine „Rassenfanatiker“ und für alle Rassen und Mischlinge offen. Oftmals bieten sie auch ausserhalb einer Mitgliedschaft einen Anfängerkurs an.

Susanne Katzenberger, 1999

Quellen: „Champion“ 1/99, Pedigree Pal

Ruth Hobday, Agility macht Spass, Band I und II, Kynos Verlag

H.-G. Hertrich, Hundespaß Agility, Kosmos Verlag,

 

 

Lure-Coursing und Rennen auf der Windhundrennbahn

Seit Mitte 2011 sind wir begeisterte Anhänger des Windhunderennsports - aber nur zum "Spaß für den Hund". Die Mitglieder des WRCT in Inzing / Tirol, sind auch anderen Rassen gegenüber sehr aufgeschlossen. Voraussetzung für mich ist dabei, dass der Gehorsam passt. So hat Adjiri zuerst ein Reizangeltraining absolviert. Dabei hat er gelernt, erst auf Hörzeichen das Dummy oder das "Hasi" ( als Begriff für die flatternden Bänder, die als "Köder" (Lure) benutzt werden) zu verfolgen und zu packen. Und sich auf Triller schnell abzulegen. Für Aziza, da älter, ist es ungleich schwieriger, sich zu überwinden und hinterher zu laufen. Bei ihr hilft manchmal das Dazubinden eines Stück Rehdecke. Sie hat ja ursprünglich auch was anderes "gelernt" und sucht eher das echte Wild als das falsche Hasi.....

 

Aziza wartet auf die "Beute"...                                                         ...und ist gut unterwegs.

Adjiri bei seinem ersten Coursing in Inzing, wo er den vierten Platz macht, nur einen Punkt hinter einem Afghanen...

Beim Coursing wird auf freiem Feld der Hase über Rollen im Zickzack gezogen. Bewertet werden dabei Geschwindigkeit ( die aber nicht gemessen wird), Eifer, Intelligenz, Gewandtheit und Kondition.  

 

Hundlerischer Lebenslauf

(von Susanne Walcher, geb. Katzenberger)

Im November 1987 den 19 Monate alten Rüden Elliot (Riesenschnauzer x Rottweiler) geschenkt bekommen

(* 16.4.1986, + 18.8.1996)

Dezember 1987 – April 1988 Teilnahme an der Gruppenunterordnung beim damaligen Schutz- und Gebrauchshundeverein Ebersberg

August 1988 bis Dezember 1993 Mitglied der Rettungshundestaffel Isar e. V., dort von 1991 bis 1993 Vorstandsmitglied (Öffentlichkeitsarbeit)

 1.6.1993 bis 31.12.2007  Mitglied im Verein für Deutsche Schäferhunde /VDH

1.6.1993 bis 31.12.1999 Mitglied der SV OG München Riem, Mitglied der Vorstandschaft 1994-1997 (Ausbildung)

 September 1994: Gründungsmitglied des Vereins CaniFit Partner Mensch und Hund e.V., von 1996 bis März 2000 stellvertretende Vorsitzende und Ausbilder.

Seit 2.1.1997 Besitzerin des Rhodesian Ridgeback Rüden Ridgesetter Oz Design „Asir“ und  bis 2001 Mitglied des Vereins Freunde des Rhodesian Ridgeback, FDRR/VDH.

Von 1999 bis 2000 Mitglied in der Rhodesian Ridgeback Arbeitsgemeinschaft Jagdhund

1.April 2000 bis 31.12.2007 Mitglied der SV OG Garmisch-Partenkirchen / Farchant

Seit 5.11.2001 Mitglied im RRCD/VDH

Seit Juni 2002 lebt Namilanga´s Oribi aus Wien bei uns

Seit 2.2.2005 lebt Aziza Huntress of Didingwe aus eigenem Wurf bei uns

Seit 31.12.2008 lebt Nyumbani´s Adjiri Hunter of Didingwe bei uns

August 2011: Mitgliedschaft im WRCT ( Windhunderennverein Tirol)

Prüfungen und Ausbildungskurse:

Mit Elliot:

November 1988 Rettungshundeeignungsprüfung bei der RHS Isar e. V.

Januar 1989 Lawinenhundeprüfung B in Sulden/Südtirol

Mai 1989 Trümmersuchhundprüfung I (TSH I)

November 1989 TSH II

Januar 1990 Lawinenhundekurs ( C ) in Sulden

November 1990 ÖRKH – Turnier in Kematen / Innsbruck (Österreichisches Rettungshunde – und Katastrophenhundeturnier)

11.11.-14.11.1991 Teilnahme am 4. Internationalen Rettungshunde-Symposium in Berlin

November 1993 Begleithundeprüfung mit „Elliot“ in der SV OG München Riem

Mit Asir:

November 1997 Begleithundeprüfung mit „Asir“ in der SV OG München Riem

Hallbergmoos, 24. - 28.6.98, Emiel Vervoort (B), Agility

Münsingen (CH), 17. - 19.7.98, KV Münsingen, Ausbildung zum
Schweizer Sanitätshund

Hallbergmoos, 5./6.9.98, CaniFit,Angela White (GB), Obedience

Juni 1999 Ausdauerprüfung in der SV OG Moosburg

Mai 2001 Ausdauerprüfung in der SV OG Herrsching

Diverse Agility Turniere ( A1) mit „Asir“

Mit Aziza:

Brauchbarkeitsprüfung Oktober 2006 mit Aziza

Ausbildertätigkeiten:

1990 -1991 Ausbilder für Hundeerziehungskurse der RHS Isar e. V.

1990 -1993 Ausbilder für Rettungshunde in der RHS Isar e. V.

1990 -1993 Ausbilder für theoretischen Unterricht: Karte und Kompass, Wetterkunde, Erdbeben,

in der RHS Isar e. V.

1994 - 1997 2. Ausbildungswart in der SV OG München Riem (Einzel-Unterordnung bis zur BH, Gruppenunterordnung, Agility)

1996 - März 2000 zuständig für die Ausbildung im Bereich Erste Hilfe und Karte und Kompass bei CaniFit e.V.

1997 - September 1997 stellvertretender Ausbildungswart der SV OG München Riem

1998 - März 2000 stellvertretender Ausbildungswart bei CaniFit e.V.

27.1.2001 bis 31.12.2004 Ausbildungswart der SV OG GAP/ Farchant

2010 Leitung der Junghundekurse in der SV OG GAP/Farchant und Entwicklung eines Ausbildungsprogramms für Welpen und Junghunde

2011 Leitung der Junghundekurse in der SV OG GAP/Farchant

Fortbildungen:

November 1997 Bergung und SAN beim Bundesverband für Selbstschutz

1990 mit Heinz Weidt und Urs Ochsenbein beim Tag des Hundes der RHS Isar e. V.

1991 Internationales Rettungshundesymposium in Berlin

19.11.1994 Agility - Lehrgang bei Georg Hörmann, SV-OG Buchloe

31.3.-2.4.1995 Ausbilderseminar bei Gudrun Feltmann – von Schroeder

24.2.1996 Seminar von Walter Greipl in der SV OG München -Lochhausen

9.3.1996 Lehrhelferseminar mit Sepp Liegl in der SV OG München Riem

22.-24.3.1996 Seminar bei Erik Zimen im Bayerischen Wald : Über Wölfe und Hunde

3.-5.5.1996 RH – Ausbildungswochenende mit der Hundestaffel des ÖRK Salzburg

13.-15.9.1996 Seminar mit Erik Zimen: Autoritär - antiautoritär: Vom Verhalten der Wölfe zur Hundeausbildung

7.-8-12.1996 Seminar mit Gudrun Feltmann – von Schroeder in der SV OG München Riem

26.1.1997 Rettungshundeseminar mit Angela Wegmann und Dr. Isabella Kühn beim DRC, in Oberschleißheim

22.3.1997 Seminar mit Werner Hoffmann (Lehrhelfer) in der SV OG München Riem

11.5.1997 Kynologisches Seminar des VDH-Landesverbandes Bayern e. V. : Prof. Dr. Unshelm, LMU München: „Tierhaltung und Tierverhalten – Beratungsaufgaben vor und nach der Anschaffung von Hunden“, und: Prof. DR. Loeffler, Hohenheim: “Skeletterkrankungen bei Hunden „

17.-18.5.1997 Intern. Kampfhundesymposium in Ebenau/ Salzburg

29.6.1997 Seminar mit Ekard Lind: Richtig spielen mit Hunden, Unterpfaffenhofen

17.-19.7.1998 SAN-Hund Ausbildung und Unterordnung beim schweizerischen „Kynologischen Verein Münsingen“

5.-6.9.1998 Obedience-Seminar mit Angela White, Hallbergmoos

24.-28.6.1998 Agility-Seminar mit Emil Vervoort

Januar 1999, Aggressionsverhalten von Hunden, VHS Landshut, Dr. ?, LMU München

9.-13.7. 1999 Agility-Seminar mit Emil Vervoort

12.9.1999 Züchtervortrag des FdRR, Frankfurt/M, Prof. Dr. A. Herzog, Uni Gießen: Erberkrankungen beim Hund

13.2.2000 Züchtervortrag des FdRR,Bürstadt, Jochen Eberhardt: Der RR in Stand und Bewegung

26.-27.4.2000 „Richtig spielen mit Hunden“, Team-Balance-Kurs bei Peter Schreger / GAP, Lind-Art Trainer

13.-14.4.2002 "Jagdhundeausbildung mit Niedrigimpulsgeräten", Uwe Heiß (Wild & Hund-Seminar)

11.5.2002 Zuchtinformations-Seminar des RRCD, Jesteburg, Dr. Barbara Schöning: Verhaltensontogenese beim Rhodesian Ridgeback

27.-28.9.2003 Schweissarbeit, Uwe Heiss

29.-30.11.2003 Training für Hundetrainer, Dr. vet. Renate Jones-Bade und Dipl. Biol. Claudia Wagner

5. - 7.9.2003 Seminar "Kontrolle des Jagdverhaltens" in Fritzlar, Dr. Ute Blaschke-Berthold, cum cane

25.7.2004 Zuchtinformations-Seminar des RRCD, Dortmund

20.11.2004 Autorität - ein Problem der Konsequenz, Gudrun Feltmann - von Schroeder

26.11.2004 Entwicklung des Welpen, Claudia Wagner, Züchterseminar Club für Britische Hütehunde

25.09.2005, Uwe Heiss, Stand- und Schussruheseminar

Juli 2005: Breed Clinic mit Tony Comerford und und Susan Cadognotto, beide Australien: Eine Erläuterung des Standards

10.3. - 12.3.2006 Aggressives Verhalten - Analysieren und verändern, Dr. Ute Blaschke-Berthold, cum cane

9.4.2006 B.A.R.F. Seminar mit Swanje Simon, Hundeschule Shuunka

17.09.2006, Olching, Züchterseminar des Schweizer Sennhunde Vereins: Dr. Dusi-Färber: Trächtigkeit der Hündin

15.10.2007 Günter Bloch / Perdita Lübbe: Happy Dog Tour 2007, Kommunikation Hund-Mensch

27./28.10 2007, München, Michael Eichhorn: Wesen und Vererbung, Züchterschulung der DZRR

15.1.2008, Feldkirchen/M., Frühprägung und Früherziehung nicht nur von Jagdhunden, Landesjagdverband Bayern 

1.3.2008, Wermelskirchen, Züchterinformationsveranstaltung des RRCD, Vererbungslehre, und Zuchtordnung des RRCD

2.8.2008, Donaueschingen, Züchterseminar der DZRR:  Die physiologischen Abläufe der Läufigkeit, die Bestimmung des richtigen Deckzeitpunkt,  medizinische Aspekte der Trächtigkeit, rund um die  Hundegeburt, Betreuung der Mutterhündin und der Welpen in den ersten Wochen. Dr. Cornelia Renczes

29.8.2008, Petzenkirchen/Ybbs, Österreich: Kynologische Tagung zum 30 jährigen Bestehen des RRCÖ: Sian Hall: "Deep Origin of the Rhodesian Ridgeback", "Reisekrankheiten des Hundes",  Prof. Dr. Irene Sommerfeld-Stur: "Rassespezifische Zuchtstrategien beim Rhodesian Ridgeback", Doz. Dr. Henninger: "Wert des röntgenologischen Screeningverfahrens für die Hundezucht - Standortbestimmung und Ausblick", Dr. Günther Schwarz: "Relevante Erkrankungen beim Rhodesian Ridgeback - Verlauf und therapeutitische Möglichkeiten"     

10.1.2009, München, Züchterseminar der DZRR, : Dr.Udo Gansloßer, Universität Greifswald:  1. Welpenaufzucht: Prägung und Sozialisation 2. Mehrhundehaltung 3. Motivation und Arbeitsfreude

25.11.2009: Anton Fichtelmaier: Zur Ruhe Reizen

9.4.2011, München, Züchterseminar der DZRR: Dr. Thomas Gödde: Erkrankungen der Wirbelsäule und des Nervensystems beim Rhodesian Ridgeback, Dr. Henning Schenk: Klinische Aussagekraft genetischer Tests aus Sicht eines Neurologen, Dr. Bianca Dusi-Färber: Deckzeitbestimmung bei der Hündin, Geburtsvorbereitung, Geburt und Welpenerstversorgung

13.6.2011, Bad Blankenburg: Breed Clinic mit Frau U. Ralfe, Südafrika. Eine Erläuterung des Standards an Hand von Bildern

 

 

Prüfertätigkeiten:

25.11.1989 Prüfungsleiter der Rettungshunde-Prüfung der RHS Isar e. V.

1990 und 1991 Prüfer für Rettungshundeprüfungen (Eignung, TSH I, TSH II) der RHS Isar e. V.

1991-1993 Prüfer für Erziehungskurse der RHS Isar e.V.

Einsätze:

Oktober 1990 Einsatzleiter der Gruppe II der RHS Isar e.V. bei der Katastrophenschutz-Vollübung „Rotes Pferd“ in Erding

Oktober 1990 Einsatzleiter der RHS Isar e.V. bei einer Vermisstensuche in Wasserburg

 

Sonstiges:

1991-1993 eigene Hundeerziehungskurse in Vaterstetten ( 39 Teilnehmer)

Leitung der Welpenprägungstage der eigenen Würfe / "Strebergruppe"

2010 Fährtenseminar für die Hunde der eigenen Würfe und Gasthunde

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